12. September 2011 in Kategorie: Zahnmedizin

Abbildungen

Für unsere Mitarbeiter(innen) zahlen wir jährlich einen gewaltigen Betrag an Rechnungen der Berufsgenossenschaft und fragen uns welche Gegenleistungen dem gegenüberstehen. Was wir uns jedoch selten bewusst machen, sind die enorm hohen Kosten, die entstehen können, wenn einfache Sicherheitsregeln nicht beachtet werden.

Dr. med. dent. Hans H. Sellmann

Vordergründige Animositäten sind hier nachvollziehbar. Aber man sollte, wie bei Allem, auch mal „hinter die Kulissen“ schauen. Warum sind denn die Beiträge so hoch? Sicher nicht nur weil die BG den Mitarbeiterinnen ein Fahrsicherheitstraining sponsert, damit sie auf dem Wege zur Arbeit möglichst keinen Unfall verursachen. Wege von und zur Arbeit nämlich sind durch die BG versichert, das schon mal ist ein Gutes. Aber aus einem durchaus realen Grund zahlen wir viel Geld nach Hamburg, dem Sitz der für uns zuständigen BG. Für Kosten nämlich die entstehen, um bei unserem Personal entstandene Infektionen zu behandeln. Neben dem Entgelt für ausgefallene Arbeitszeiten können aufwändige Krankenhausaufenthalte nach Hepatitis C oder jahrelange medikamentöse Therapien nach HIV-Infektionen nämlich schnell 6-stellige Beträge verschlingen.

RKI macht wach!

Trotz RKI & Co. können Infektionen (unseres Personals) in der Praxis auf vielfältigen Wegen entstehen. Die Hauptursache aber ist einerseits die mangelhaft durchgeführte Hygiene, zum Anderen das Außerachtlassen einfachster Grundlagen der Infektionsvermeidung.

Die neuen Richtlinien des Robert Koch- Instituts lassen beinahe keine Wünsche „hygienebewusster“ Prüfer mehr offen. Da gibt es nichts, was nicht bis ins kleinste Detail festgeschrieben wurde, zum Beispiel wie und womit wir unsere Medizinprodukte und Instrumente aufbereiten müssen. Auch die gesetzlichen Grundlagen sind geregelt, und zwar in der TRBA 250 (Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe). Diese sieht vor, dass „zum Schutz Beschäftigter vor Nadelstichverletzungen, wenn immer technisch möglich, ausschließlich Instrumente mit eingebauten Sicherheitsvorkehrungen zur Vermeidung von Stich- und Schnittverletzungen verwendet werden“ (TRBA 250 Punkt 4.2.2.4). Nur eins fehlt mir: Der ausdrückliche Hinweis darauf, dass ein Recapping nie mit zwei Händen durchgeführt werden darf.

Recapping stets nur mit einer Hand

Von manchem Geschicklichkeitsspiel her kennen wir das: Mit einer Hand und einem Stock einen Reifen oder ähnliches auffädeln. Das ist ganz schön schwer. Sehen Sie! Das genau ist der Grund, warum manch eine zahnärztliche Fachangestellte, oder Schwester mal eben schnell die Kappe mit der zweiten Hand wieder auf die Kanüle der Spritze mit welcher der Chef gerade eine Anästhesie gesetzt hat, zurückschiebt.

Und schon ist´s passiert. Sie wissen doch, dass eine der Grundlagen des neuen Hygienebewusstseins ist, Infektionen zu vermeiden. Und das kann man sehr gut indem man die Übertragungswege minimiert und absichert. Und vor allem eine gründliche Anamnese betreibt.

Und wenn mein Patient gar nicht weiß, dass er infiziert ist?

Leider wissen manche Patienten gar nicht, dass sie Träger gefährlicher infektiöser Keime sind. Eine Hepatitis C oder eine HIV-Infektion haben eine lange Inkubationszeit. Also sollte man jeden Patienten so betrachten, als ob er infiziert sein könnte. Das muss nun nicht heißen, dass man „die Finger von ihm lässt“, man braucht ja lediglich die entsprechenden Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Wenn ich aber annehmen könnte, dass eben dieser Patient bei dem wir eine Anästhesie gesetzt haben, eine Infektion in sich trüge, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass sich an der Injektionskanüle pathogene, krankmachende, Keime befinden. Und wenn ich mich nun damit steche, dann ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass ich diese Infektion übertragen bekomme.

Kanüle sicher entsorgen

Nicht nur das Recapping stellt eine Gefahrenquelle dar, auch die Entsorgung der Kanüle gestaltet sich mitunter nicht ganz unproblematisch. Beim Abschrauben kann durchaus auch eine Infektion geschehen. Dabei geht es doch ganz einfach und sicher. Das Miramatic No Touch System von Hager & Werken bietet hier eine sichere Alternative:

Da ist zunächst die Miramatic Spritze. Drei verschiedene Modelle werden angeboten, ich persönlich favorisiere die 1- Ring Variante. Jetzt aber etwas zum Besonderen des No Touch Miramatic Sicherheits-Spritzensystems.

Kennen Sie das? Kanüle aufgeschraubt, wunderbar den Weg durch das Gewebe gesucht, optimal für die Leitung platziert und es kommt nichts raus! Das Ganze von vorn, weil man vergaß zu testen, ob die Carpule ausreichend durchstochen ist . Ursache? Die Kanüle war nicht ganz auf das Gewinde der Spritze aufgeschraubt, weil der Kunststoff zu große Herstellungstoleranzen aufwies. Also das Ganze (schmerzhaft für den Patienten) von vorn. Mit der Miramatic passiert das nicht. Zwar war dieser Effekt vom Erfinder der „Klick“ Verriegelung nicht vorhergeplant, aber es ist doch eine erfreuliche Nebenwirkung. Die Hauptsache sollte jedoch die Möglichkeit des schnelleren Aufsetzens der Kanülen, vor allem aber die sichere Entsorgung derselben sein.

Kanülen ohne Einstichschmerz?

Hager & Werken hat eine ganze Serie feinster Kanülen verfügbar. Neben der bekannten Miraject Kanüle für das Miramatic System gibt es noch Spezialkanülen mit zweifacher seitlicher Öffnung für Spülungen in der Endodontie und stumpfe Kanülen für Taschenirrigationen mit Desinfizientia und Salbenapplikationen.

Aber konzentrieren wir uns hier einmal auf die Kanülen für das „No Touch“ System. Die Stärken von 0,3 bis 0,5 mm bei Längen von 21- 35 mm der seit über 30 Jahren bewährten und stets technisch aktualisierten Einmalkanülen decken alle Bereiche möglicher Injektionstechniken für den Zahnarzt ab.

Nach Angaben der Hersteller bieten der dreifache Lanzettschliff und die Einstechhilfe einen wesentlichen Komfortvorsprung vor Konkurrenzprodukten und versprechen einen fast nicht spürbaren Einstich. Farbcodiert für die verschiedenen „Dicken“ bieten die für besseres Gleiten silikonbeschichteten Produkte noch ein zusätzliches „Feature“: Die Einstechmarkierung weist dem Zahnarzt die optimale Position der Nadel zu, so dass die Anästhesielösung präzise „zum Knochen hin“ platziert werden kann. Dabei sind die Kanülen auch für normale, also alle Standardspritzen geeignet, wen man seine altgewohnte Carpulenspritze unbedingt weiterverwenden möchte.

Logistisch gutes Entsorgungssystem

Ich sprach anfangs von einem „Set“ oder System. Was meiner Meinung nach unbedingt neben den Kanülen und der Spritze seinen Platz in jedem Behandlungszimmer finden sollte, ist die Miramatic Box. Ausgeleerte Plastikkanister von Desinfektionslösungen die wir, nachdem sie mit Kanülen, Skalpellklingen etc. gefüllt waren, mit Gips zubetonierten, nahmen in der Vergangenheit unsere gefährlichen spitzen und scharfen Gegenstände auf. Und dann kam die neue Auszubildende. Einmal nicht aufgepasst und eine solche Spritzenbombe landete, es war ja der grüne Punkt drauf, in den gelben Säcken! Cave: Die Gesetzesgrundlage sieht hier eine persönliche Haftung des Praxisinhabers vor, wenn es in der nachgelagerten Kette der – nicht ordnungsgemäßen – Entsorgung zu Verletzungen oder Schäden kommt.

Vielleicht ein weiterer Grund, sich einmal ernsthaft mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Entsorgungsbox

Hell gelb ist sie, nicht zu übersehen und sicher, dabei aber praktisch, die Entsorgungsbox des Spezialitätenanbieters aus dem südwestlichen Ruhrgebiet. Der Deckel lässt sich, einmal aufgesetzt, nicht wieder entfernen. Voll gefüllt verschließt der zweite, kleinere Deckel die Entsorgungsöffnung. Wer versucht diese wieder zu öffnen, scheitert. Es geht schlicht und ergreifend nicht! Für immer zu! Und damit der Behälter auch einen sicheren, standfesten, Platz im Behandlungszimmer, vielleicht in einer ausziehbaren Schrankschublade erhält, hakt man am Boden einen (mitgelieferten) Halter ein. Die Entsorgungsluke der „Box“ ist jedoch das Wichtigste. In eine spezielle Öffnung steckt die ZFA die patentierte Miraject Kanüle ein, ein kurzes Andrücken – und sie fällt, von Menschenhand unberührt, in die Box. Neben dieser „Drück- und weg” Öffnung hat der geniale Entwickler des Entsorgungskonzeptes aber auch noch Laschen zum Herausbrechen angebracht durch die andere blut- und speichelkontaminierte Abfälle wie Skalpelle etc. unwiederbringlich verschwinden. Und was passiert nun mit den vollen Boxen? Professionelle Entsorgerunternehmen wie etwa die enretec holen diese Boxen innerhalb von 24 Stunden gegen eine erschwingliche Pauschalgebühr ab und stellen auch gleich die neuen Boxen wieder auf. (www.enretec.de)

Der hält!

Abgerundet hat Hager& Werken sein System mit dem fast halbpfündigen Miramatic Holder Plus. Recapping ist nämlich nicht nur gefährlich wenn die Kanüle entsorgt werden soll. Angenommen, Sie wollen dieselbe Spritze mit einer weiteren Carpule beim selben Patienten erneut verwenden. Lassen Sie sie dann ohne Schutzhülle offen liegen? Der Miramatic Holder Plus, der „Stand für die Injektionskanüle“ mit einer Feststellklemme, löst auch dieses Problem.

Mein Tipp

Lassen Sie sich das Ganze mal vor Ort vorführen oder sehen Sie sich das Video dazu an unter (QR Code: http://www.youtube.com/watch?v=bt8A9EXAtTw). Dann sind der D-Arzt, die Berufsgenossenschaft, Ihr Blutdruck der BUS, das RKI und panische Helferinnen kein Thema mehr für Sie.

www.hagerwerken.de

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