25. Mai 2011 in Kategorie: Zahnmedizin

Die ständig wachsenden ästhetischen Ansprüche der Patienten in einer Zeit, in der immer mehr und immer neue Komposite auf den Markt gebracht werden, fordern den Zahnärzten ein stetig steigendes Maß an perfekter Verarbeitung ab und dies in möglichst kurzer Zeit und möglichst günstig.

Dr. Oliver J. Dill

Klinische Ausgangssituation - Zahn 24 mit okklusaler insuffizienter Füllung und klin.sichtb.Karies d. Klinische Ausgangssituation - Zahn 24 mit okklusaler insuffizienter Füllung und klin.sichtb.Karies d.

Anhand des folgenden klinischen Falles der Versorgung einer Klasse II Kavität mit einer plastischen Kompositfüllung soll mit einem alternativen Matrizensystem gezeigt werden, wie die angesprochenen Probleme vermeidbar sind.

Eine Patientin stellte sich mit dem in Abb. 1* gezeigten Zahn 24 mit insuffizienter okklusaler Füllung und klinisch sichtbarer Karies distal vor. Die klinisch erkennbare Schmelzkaries mesial war röntgenologisch noch nicht bis ins Dentin reichend. Nach dem Legen des Kofferdams und der Entfernung der okklusalen Füllung mit einem zylindrischen Diamantschleifer ist die Approximalkaries distal in Abb. 3 gut erkennbar. Nach der Kariesentfernung mit einem Rosenbohrer im distalen Anteil des Zahnes war bereits die Karies mesial zu erkennen (Abb. 4) und somit eine Ausdehnung der Kavität nach mesial indiziert. Abb. 5 zeigt die vollständig exkavierte mod - Kavität. In diesem Fall ist trotz der Ausdehnung der Kavität nach mesial und distal ein Teilmatrizensystem das Mittel der Wahl. Verwendet wurde das Composi-Tight 3D™ Matrizensystem um nicht nur die ursprüngliche anatomische Form des Zahnes zu rekonstruieren, sondern um auch die vorher nicht vorhandenen Approximalkontakte herzustellen. Zum Einbringen der Teilmatrizenbänder eignet sich das Composi-Tight Matrix Forceps™, da das Matrizenband sehr gut gefasst werden kann, ohne es zu verformen und das Setzen des Bandes visuell kontrolliert werden kann.

Das Teilmatrizensystem von Garrison Dental Solutions ermöglicht mit dem neuen „Soft Face 3D Ring“ (Garrison Dental Solutions) eine gute Fixierung der bleitoten Teilmatrize, so dass das Verkeilen unterhalb des Ringes mit den zugehörigen WedgeWands™ (Garrison Dental Solutions) problemlos möglich ist.

Die Ringe sind so aufgebaut, dass eine erste Separation bereits durch den kunststoffverstärkten Ring zustande kommt. Zusätzlich sorgt die Kombination der starren durchsichtigen Kunststoffspitzen und der weichen Silikonauflagen dafür, dass das Matrizenband automatisch an die Präparationsränder adaptiert wird. Dadurch ist bereits die Form grob vorgegeben und die Silikonauflagen geben soweit nach, dass das Matrizenband im gesamten Bereich der Auflage präzise an der Präparationsgrenze anliegt (Abb. 7).

Diese „dreieckige“ Form verhindert, dass beim Adaptieren des Kunststoffmaterials Überschüsse approximal entstehen, die nach dem Legen aufwändig entfernt werden müssten. Zudem fixiert der Ring das Matrizenband so gut, dass beim anschließenden Verkeilen das Matrizenband nicht mehr verrutschen kann. Um das oftmals vorhandene Platzproblem zwischen Keil und den Füßen des Ringes zu umgehen, besitzt der „Soft Face 3D Ring“ im zervikalen Bereich bereits eine Aussparung, die das Verkeilen problemlos ermöglicht. In der gleichen Art und Weise wird auch mesial das Matrizenband eingebracht, der Ring gesetzt und anschließend verkeilt. Bei subgingivalen Präparationsrändern oder schlechterer Zugänglichkeit kann es von Vorteil sein, bereits vor dem Aufsetzen des Ringes zu verkeilen. Das Auftragen der 37%igen Phosphorsäure beginnt (siehe Abb. 9) am Schmelzrand und sobald Dentinanteile mitgeätzt werden, sollte die gesamte Kavität möglichst schnell benetzt werden und die Dentinätzzeit von 15 s beginnen (Abb. 10). Danach wird zuerst die Säure abgespült und anschließend die Kavität für 15 s abgesprayt, um ein vollständiges Entfernen der Präzipitate und Säurereste zu gewährleisten.

Abb. 18 zeigt die fertige Gestaltung der Füllung vor Abnahme der Matrizen. Nach deren Abnahme zeigt sich in Abb. 19 von bukkal, dass die approximal gewünschte Form erreicht wurde, der Approximalkontakt an der richtigen Position hergestellt werden konnte und nur wenig approximales Ausarbeiten nötig ist.

Nach Entfernung des Kofferdams können nun Okklusion und Artikulation (Abb. 20) überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden. Abb. 21 zeigt die fertige Füllung, mit der die Patientin entlassen wird.

Fazit

Durch die Verwendung von Kofferdam konnte der zeitraubende Wechsel von Watterollen während der Behandlung vermieden werden und eine sichere Grundlage für die Haftung des Dentinbondings geschaffen werden. Das „Mehr-Schritt-Adhäsivsystem“ ist in seiner Anwendung auf den ersten Blick mit etwas mehr Zeitaufwand verbunden, schafft jedoch aufgrund der langen Erfahrungen mit dem System Sicherheit. Ausserdem dürfen Schritte, die andere Systeme erfordern, um ähnlich gute Ergebnisse zu erzielen (z.B. Mehrfachapplikation oder Auftragen eines nachträglichen Versieglers) nicht außer Acht gelassen werden und unter deren Einbeziehung schrumpft der Zeitvorteil von Ein- oder Zwei-Flaschen- Adhäsivsystemen enorm. Vor allem aber der geringe Zeitaufwand beim Ausarbeiten und Polieren der Füllung schafft bei der Gesamtbetrachtung trotz des Mehraufwandes durch Verwendung eines Teilmatrizensystemes eine Zeitersparnis. Das zeigt, dass Effizienz und Wirtschaftlichkeit nicht im Widerspruch zu Qualität und Techniksensitivität stehen müssen, sondern wirtschaftliche Qualität auch eine Frage der richtigen Hilfsmittel ist.

Die vollständige Fallstudie ist direkt bei Garrison Dental Solutions erhältlich: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

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