25. Mai 2011 in Kategorie: Zahnmedizin

Das effektive White-Spot-Management stellt für die Kieferorthopädie aktuell ein wichtiges Thema dar. Dies hat ein Expertengespräch am 8. April 2011 in Bad Homburg ergeben, zu dem das renommierte Dentalunternehmen GC Germany mehrere Fachzahnärzte für Kieferorthopädie und qualifizierte Assistenz an seinen Sitz in Bad Homburg geladen hatte. Als Ergebnis formulierten die Teilnehmer Lösungsansätze für ein systematisches Vorgehen zur Prophylaxe und Therapie von initialen Demineralisationen.

Teilnehmer/innen des Expertengesprächs Teilnehmer/innen des Expertengesprächs

Im Einzelnen nahmen an dem Expertengespräch Andrea Bugert, Kieferorthopädische Assistentin, Aranka Ifert, Fachzahnärztin für Kieferorthopädie, Dr. Birgit Ifert, Zahnärztin, Dr. Falk Ifert, Fachzahnarzt für Kieferorthopädie, Dominik Keil, KFOWeiterbildungs- Assistent, Kerstin Krüger, Dentalhygienikerin, Dr. Lutz Rathenow, Fachzahnarzt für Kieferorthopädie, Dr. Birgit Rossochowitz, Fachzahnärztin für Kieferorthopädie, und Dr. Gerhard Zeisner, Fachzahnarzt für Kieferorthopädie, sowie für das Unternehmen GC Germany Geschäftsführer Frank Rosenbaum, Monika Schwandner, Professional Services, Susanne Hasselbach, Leitung Marketing/Vertrieb und Kerstin Dämmer, Regional-Vertriebsleitung West, teil. Die Moderation lag in den Händen von Marcel Meurer und Judith Rastätter von dNA (dentale Nachrichten-Agentur).

Dentalhygienikerin Kerstin Krüger brachte das Thema des Tages mit einer provokanten Formulierung auf den Punkt: „Kieferorthopädie ohne Prophylaxe erfüllt den Tatbestand der Körperverletzung.“ Tatsächlich werden im Zuge einer KFO-Behandlung in erster Linie Zahnfehlstellungen behoben, wobei allerdings die verwendeten Apparaturen zur Erschwerung der professionellen wie häuslichen Mundhygiene führen können – und infolgedessen zu kariösen Läsionen. Um dem vorzubeugen, bedarf es nach übereinstimmender Einschätzung der Experten eines White-Spot-Managements, das die kieferorthopädische Behandlung von A bis Z begleitet.

Diagnose, Motivation, Minimum Intervention

Dentalhygienikerin Kerstin Krüger stellte dazu ein systematisches Vorgehen vor, das sich bei ihrer Patientenbetreuung bewährt hat. Dabei betonte sie den Wert einer konsequenten Ausschöpfung aktueller diagnostischer Verfahren einschließlich regelmäßiger Säurebestimmung, der Erhebung eines Plaque-Indexes sowie von PSI-Werten zum Parodontal- Screening. Empfehlenswert sei speziell für die Anwendung im kieferorthopädischen Bereich der OPI (Orthodontic Plaque Index). „Je mehr diagnostische Parameter wir kennen, desto eindeutiger und umfassender wird unser Bild von der dentalen Situation des Patienten und desto gezielter lassen sich Prophylaxe und Behandlung durchführen“, erklärte Frau Krüger.

Trotz dieser seit langem vorhandenen Möglichkeiten der modernen Zahnmedizin stellte Dr. Lutz Rathenow fest: „White Spots sind unbestritten ein Problem in der Kieferorthopädie!“ Für Monika Schwandner geht es hier um ein allgemeines Problem der Zahnmedizin, das sich mit dem Begriff MI, Minimum Intervention, umschreiben lässt. Für sie bedeutet das in der Kieferorthopädie unter anderem, möglichst wenige „Kollateralschäden“ bei der Befestigung und Entfernung von Apparaturen hervorzurufen. „Darum nutze ich seit Jahren Fuji ORTHO“, warf Dr. Falk Ifert, Zahnarzt für Kieferorthopädie ein. „Denn damit lassen sich Brackets ohne rotierende Instrumente entfernen.“ Dennoch: Während der Tragezeit der Brackets sind bestimmte Zahnflächen weniger gut erreichbar, und damit ist ein Risiko für Initialkariesläsionen gegeben.

Eine wesentliche Maßnahme während der Prophylaxe besteht in der Motivation des Patienten. Erfolg hat Dr. Gerhard Zeisner mit folgender Strategie: „Ich färbe die Plaque an und lasse so lange putzen, bis die Farbe weg ist.“ Wird das von einem Patienten als „Strafmaßnahme“ empfunden, können eine Erläuterung der erhobenen diagnostischen Werte und eine Vorführung digitaler Intraoralbilder helfen. Auf White Spots lässt sich der Patient hinweisen – umso lieber, wenn er erläutert bekommt, was er selbst dagegen tun kann. Konzeptionell trägt die Einbindung sowohl des Kieferorthopäden als auch des Hauszahnarztes, einschließlich der Prophylaxeassistenz und des Patienten zur Verminderung des Risikos von White Spots bei. Aber auch spezielle Produkte können effektiv helfen. Bewährt haben sich insbesondere solche mit dem Inhaltsstoff Recaldent, wie Andrea Bugert anmerkte. Sie leitet als kieferorthopädische Assistentin mehrere Prophylaxeshops. „Dabei spielen insbesondere Produkte mit dem Wirkstoff Recaldent eine Rolle.“ Diese beinhalten einen Komplex aus Caseinphosphopeptid und amorphem Kalzium und Phosphat (CPP-ACP). Seine Anwendung wirkt remineralisierend auf den Zahnschmelz und lässt White-Spot- Läsionen, die im Laufe einer kieferorthopädischen Behandlung auftreten können, sogar zurückgehen. „Unsere Produkte Tooth Mousse und MI Paste PLUS unterstützen konsequent das Konzept der Minimum-Intervention- Therapie“, erläuterte Frau Schwandner. „Namentlich MI Paste PLUS kann sowohl bei der professionellen Prophylaxe als auch bei der häuslichen Mundpflege zum Einsatz kommen. Der Zahnarzt oder die kieferorthopädische Assistenz verwenden damit ein Präparat, dessen Wirkung durch Studien gut belegt ist. Der Patient kann es zu Hause ebenfalls einsetzen und wird automatisch eng in die Prävention einbezogen.“

Fruchtbare Diskussion – Fortsetzung erwünscht

Allgemein sahen die Teilnehmer der Gesprächsrunde Recaldent als eine sinnvolle Option innerhalb eines Gesamtkonzepts für das White-Spot- Management während der kieferorthopädischen Behandlung an. Freilich konnte sich Dr. Birgit Ifert eine Bemerkung nicht verkneifen: „Bitte die Anwendungsempfehlung in Zukunft nur auf Deutsch und verständlicher für Behandler und Patient.“

GC Europe-Geschäftsführer Rosenbaum freute sich über die offene und lebhafte Diskussion und wünschte sich, wie auch alle anderen, eine Fortsetzung des Gedankenaustauschs zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

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