07. Dezember 2010 in Kategorie: Zahnmedizin

Auf der Suche nach einem geeigneten Ersatzmaterial für den von mir eher ungeliebten Werkstoff Amalgam und getragen von dem Wunsch nach einer Alternative zu den ästhetisch eher unschönen Glasionomerzementen, habe ich mit dem Füllungskonzept EQUIA (GC Germany) endlich eine ästhetisch vertretbare, leicht zu verarbeitende und vor allem bezahlbare Variante gefunden. Ich verwende Fuji IX GP Extra in Kombination mit dem Schutzlack G-Coat Plus seit nunmehr sechs Monaten in meiner Berliner Praxis ...

Foto: Dr. med. Brigitte Räther, Berlin Foto: Dr. med. Brigitte Räther, Berlin

... In dieser Zeit habe ich ungefähr 550 Füllungen mit dem Füllungsmaterial gelegt und bin von Anfang an sehr damit zufrieden gewesen.

Das zweistufige Restaurationskonzept ist sehr vielseitig einsetzbar und kommt bei mir derzeit bei folgenden Indikationen zur Anwendung: Kavitätenpräparationen der Klasse I und II, Milchzahnfüllungen und Stumpfaufbaufüllungen für die nachfolgende Versorgung mit Zahnersatz sowie Füllungen bei Patienten mit einem erhöhten Speichelfluss und mit motorischer Unruhe (Parkinson). EQUIA verfügt zudem über alle Vorteile eines konventionellen GIZ wie Röntgenopazität, Bioverträglichkeit und eine geringe Feuchtigkeitssensitivität.

Einfach, effizient und ästhetisch: GIZ plus Schutzlack
Nachfolgend möchte ich den Ablauf einer Füllungslegung mit dem zweistufigen GIZKonzept kurz skizzieren: Nach lege artis Präparation der Kavitäten arbeite ich ohne Kofferdam, da aufgrund der extrem geringen Feuchtigkeitssensitivität des Materials ein leichter Feuchtigkeitsfilm in der Kavität möglich und sogar gewünscht ist – ein großer Zeitgewinn in der Praxis. Unterfüllungen werden mit einem Kalziumhydroxidzement gelegt. Nach Anlegen der Matrize (wenn notwendig) wird die Kapsel des Füllungsmaterials im Kapselmischer nach Gebrauchsanweisung bearbeitet. Wichtig ist ein schnelles Einbringen in die Kavität und zwar vom Boden der Kavität in Richtung der Okklusalfläche.

Nach ca. zehn Sekunden ist das anfangs noch sehr klebrige Fuji IX GP Extra stopf- und modellierbar, sodass ich es durch Druck und Modellation blasenfrei und anatomisch geformt gestalten kann. Nach dem Aushärten des Füllungsmaterials, also nach ca. zweieinhalb Minuten, bearbeite ich es mit sehr feinen Finierern und Polierern, manchmal auch nur mit Polierern. Nach der Trockenlegung und Okklusionskontrolle wird der lichthärtende G-Coat Plus, der zweite Baustein des Füllungskonzepts, aufgetragen und mit der LEDLampe 20 Sekunden gehärtet. Die Füllung ist anschließend transparent und glatt, sodass sich weniger Bakterien anlagern können. Durch den nanogefüllten Schutzlack wirkt die Restauration nicht nur viel natürlicher und lebendiger, sie wird zudem auch stabiler und abriebfester.

Unvergleichlich ästhetisch und konkurrenzlos günstig
Bei allen Füllungen, die ich bisher mit EQUIA gelegt habe, sind keinerlei Hypersensibilitäten bei einem Zahn aufgetreten. Und in der regelmäßigen Kontrolle konnte ich weder einen Bruch noch eine Absplitterung des Füllungswerkstoffs beobachten. Auch Verfärbungen im Bereich des Restaurationsrands konnten bisher nicht festgestellt werden. Ich bin also sehr zufrieden mit den klinischen Ergebnissen.

Im Gegensatz zu allen anderen Glasionomerzementen, die ich bislang angewendet habe, ist Fuji IX GP Extra ästhetisch das beste Füllungsmaterial. Zudem hat der stopfbare GIZ die höchste Fluoridabgabe (bei Zahnhalsfüllungen sehr wichtig!) und die beste Verarbeitungszeit. Der Preis des Materials ist trotz seiner positiven Ästhetik konkurrenzlos günstig und mit der Kassenleistung für mich abgegolten.

Mein Fazit nach sechsmonatiger Anwendung lautet daher: Sollten sich alle positiven Prognosen bestätigen (wie zum Beispiel in der 5-Jahresstudie der Universität Greifswald), bin ich mir sicher, mit EQUIA ein gutes und leistungsstarkes Ersatzmaterial für Amalgam zu haben, das an Haltbarkeit, Randstabilität und Ästhetik schwer zu überbieten ist.

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