01. November 2010 in Kategorie: Zahnmedizin
Die Notwendigkeit Kronen und Brücken bei recht jungen Menschen in deren weiterem Leben öfter erneuern zu müssen sowie viele „Folge Endos“ lassen mich heute die Turbine möglichst nur noch dann zum Einsatz kommen wenn es nicht anders geht. Manchmal aber muss es jedoch anders gehen, wie in dem im Beitrag meiner Kollegen und Kolleginnen „Einfach Augmentieren“ in diesem Heft auf Seite 30 beschrieben. Und sicher wollen Sie nun endlich auch sehen wie der junge Noel jetzt aussieht!
Dr. (H) Peter Stickel
Schleiftrauma
Durch einen Unfall hatte der 13-jährige Noel S. letztendlich den Zahn 21 verloren. Für eine Implantation war er noch zu jung, eine Brücke verbot sich wegen des Alters und auch grundsätzlich – die defekte Alveole wurde mit Fisiograft von Zantomed und einer Membran augmentiert. Was aber machen wir in der´Zwischenzeit bis eine Implantation erfolgen kann? Lassen sie erneut die beiden behandelnden Vorbereitungsassistentinnen, welche die Behandlung durchführten, berichten.
Interimsersatz
Nach der Anfertigung einer Abformung und eines Super Hartgipsmodells zogen wir ein Formteil aus einer weichen Folie mit dem Erkoform-3d der Firma Erkodent. Der zu extrahierende Zahn wurde auf dem Modell so radiert, dass ein Teil der Alveole „ausgebohrt“ wurde. Auf diese Weise wollten wir ein ästhetisch optimales Emergenzprofi l für das spätere Implantat herstellen. In das tiefgezogene Formteil schichteten wir zunächst Enamel Flow und danach Enamel HRI plus, das von Prof. Vanini entwickelte ästhetische Komposit in der zu den Nachbarzähnen passenden Zahnfarbe ein nachdem wir das Gipsmodell
isoliert hatten. Den Kunststoff“zahn“ fertigten wir er war ganz leicht aus dem Formteil zu lösen, doppelt an. Nach der in dem erwähnten Beitrag durchgeführten Extraktions- und Augmentations-OP setzten wir einfach die Schiene „mit Zahn“ als Interimsersatz ein. Der junge Mann konnte so nach einer Behandlungszeit von knapp 20 Minuten „mit ohne“ Zahn nach Hause gehen.
Zahn als Pontic
Natürlich ist es eine alte Jacke (gelockerte) Zähne mit der SÄT zu schienen. Oder sie auch nach deren Extraktion als (vorläufi- ge) Brücke zu gestalten. Wir haben dies jedoch unter der Verwendung von Everstick von Loser und Enamel Flow getan. Das Ergebnis, sehen Sie sich die Bilder an, ist unserer Meinung nach ästhetisch zufriedenstellend. Und auch statisch hat es bereits die ersten Beißversuche überlebt. Sollte sich die Konstruktion lösen, der Zahn sich verfärben oder frakturieren, so können wir entweder die Konstruktion erneut „nicht invasiv“ kleben oder der oben erwähnte doppelt angefertigte Ersatzzahn kommt zum Einsatz. Mit dem könnte man dann eventuell das Emergenzprofil noch modifi zieren. Ach ja, ehe ich den wohl eher nur älteren Zahnärzten bekannten Begriff des Pontics lang und breit erläutere, hier der Link: www.spitta.de/Produktfamilien/Fachinformationen/Zahnärztliche_Prothetik/96_index+M5b198450de2.html
Eigenpontic
Eine Woche nach dem obigen Eingriff, der junge Patient hatte eine erstaunliche Mundhygiene an den Tag gelegt, nahmen wir die Schiene einfach heraus, entfernten die Nähte und klebten den vorbereiteten eigenen Zahn mit Everstick und Enamel flow ein – ein Eingriff, der keine Viertelstunde dauerte. Wie gesagt, die neue Brücke überstand sowohl die ersten Beißversuche als auch die Klassenfahrt unmittelbar im Anschluss an die Behandlung mit der einen oder anderen Rangelei. Aber warum verwendeten wir das Komposit Enamel fl ow und Enamel plus? Und warum Everstick?
„Das“ Enamel Flow
Wir berichteten gerade erst im letzten Dental Barometer darüber. Auf Seite 54 konnten Sie es lesen: „Die logische Erweiterung des neuen Komposits (Enamel Plus HRi HRI, Anm. d. V.) ist das ENAMEL PLUS HRi FLOWHF. Die physikalischen Eigenschaften sind ausgezeichnet. Bei einer Viskosität von 145 Pa (Pascal) weist es eine Vickers-Härte von 770 MPa (Megapascal) auf. Bei herkömmlichen Flowables werden nur etwa 270 MPa gemessen. Mit einer Dichte von 2.03 g / cm3 bei einem Füllstoffgehalt von 77 % (konventionelle Flows haben im Mittel nur 55 %!) kommt es dann auch dem „normalen“ Enamel Plus HRi sehr nahe. Der Komposithersteller Micerium hat mit seinem Material Enamel Plus HRi eine neue Generation von hoch ästhetischen Restaurationsmaterialien entwickelt und, das halte ich für besonders wichtig, das bisherige Kompositsystem stark vereinfacht. Laut der Firma Loser aus Leverkusen, welche das Material in Deutschland vertreibt, sind die unkomplizierte Farbauswahl und die sehr einfache Verarbeitung der Massen ohne zusätzlich erforderliche Individualisierungseffekte bei einer besten Polierbarkeit, die wesentlichen Vorteile“.
„Das Everstick“
Und warum verwenden wir Everstick und was ist das überhaupt? Die Everstick Materialien, hier das eingesetzte Everstick C & B, bestehen aus silanisierten und mit noch unpolymerisiertem Komposit beschichteten Poyläthylenfasern. Und zwar denen der zweiten Generation. So verstärkt sich auch die Biegefestigkeit der mit ihnen verstärkten Kunststoffe. Und, was ebenso, wenn nicht noch wichtiger ist, seine Ermüdungsfestigkeit wird signifikant erhöht. Damit lassen sich auch die hohen Kräfte, denen die Verbindung eines „geklebten“ Frontzahnes unterliegt, sehr gut abfangen. Everstick kann noch viel mehr. Zum Beispiel zahnarztgefertigte provisorische Brücken so verstärken, dass sie wirklich halten, individuelle Stiftaufbauten mit dem passenden Biegemodul ermöglichen etc.- sehen Sie sich die Bilder anauch darüber habe ich im Dental Barometer bereits im Jahr 2007 berichtet.
Im Schrank
Der Präparationsdiamant blieb diesmal im Schrank. Dem jungen Patienten „wurde geholfen“. Mit ein wenig Nachdenken, etwas Geschick und den richtigen Materialien, haben wir chairside eine gute Interimsversorgung, bis der Patient alt genug ist ein Implantat zu erhalten, herstellen können. Im neuen Internetauftritt der Firma Loser können Sie zu beiden Materialien mehr Informationen erhalten. Enamel Plus wurde hier auf die „etwas andere Art“ eingesetzt. Eigentlich ist es ja für ästhetisch hochwertige Füllungen gedacht. Und auch für Everstick gibt es viele weitere Einsatzbereiche. Wenn auch Sie solche Behandlungen durchführen und sich die einzelnen Indikationen zu Enamel und Everstick sowie die weiteren
Produkte von Loser ansehen wollen, dann wenden Sie sich doch einfach an die Firma Loser in Leverkusen.
Weitere Informationen
Loser & Co GmbH
Benzstr. 1c
D-51381 Leverkusen
Tel.: +49 (0) 21 71 – 70 66 - 70
Fax: +49 (0) 21 71 – 70 66 - 66
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www.loser.de


