14. Juli 2010 in Kategorie: Zahnmedizin

Abbildungen

Am 17. und 18. April 2010 trafen sich 39 Zahnärzte und Zahntechniker im Dentalen Fortbildungszentrum Hagen.Sie folgten einer Einladung von Tanaka-Dental GmbH. Das Ziel der Veranstaltung war, in Theorie und Praxis die Grundlagen der Adhäsiven Befestigung zu vermitteln. Ein sicherer, effizienter Weg zur ästhetisch hochwertigen und haltbaren vollkeramischen Restauration sollte in Workshops erarbeitet werden.

Prof. Asami Tanaka, Inhaber von Tanaka Dental Chicago und Prof. Barghi von der University of Texas San Antonio Dental School reisten aus den USA an, um die Teilnehmer zu schulen. Die englisch sprechenden Referenten wurden von zwei kompetenten und charmanten Dolmetscherinnen übersetzt, Prof. Tanaka von Frau Carmen Junge und Prof. Barghi von Frau Dr. Dunja Zimmermann.

Am ersten Tag war Theorie angesagt. Prof. Barghi belegte anhand von Studien, dass bei festsitzendem Zahnersatz Vollkeramikrestaurationen im Vergleich mit Metallkeramik eine bessere Überlebensrate haben. Jedoch ist das System nur mit einer optimalen Abstimmung der Prozesse bei Präparation, Herstellung und Befestigung erfolgreich. Bei der Präparation ist zu beachten, dass die sicherste Befestigung erreicht wird, wenn nach erfolgter Präparation viel Schmelz und nur wenig Dentin an der Oberfläche liegen. Das Dentin sollte möglichst großflächig von Schmelz umrandet sein. zervikale Läsionen schwächen den Verbund und reine Dentin-Befestigung funktioniert schlecht. Ist es nötig, die präparierten Zähne aufzuhellen, geschieht das durch Bleaching. Der Eingliederungsvorgang wurde von Prof. Barghi exakt beschrieben: Zuerst werden die vom Labor angelieferten Restaurationen durchleuchtet, um sicher zu sein, dass sie sprungfrei sind. Bimsstein wird benutzt, um die Präparation zu reinigen. Eventuelle nötige Korrekturen werden mit den Tanaka Bite-X Markierungspasten identifiziert und am präparierten Zahn, niemals an der Restauration vorgenommen.

Zur ästhetische Anprobe wird der Original Einsetzzement benutzt, da nur so die zu erwartende Farbwirkung nach dem Einsetzen exakt beurteilt werden kann. Vorsicht dabei mit den Lichtquellen, die Anprobe muss schnell vonstattengehen, um eine vorzeitige Polymerisation auszuschließen. Vorteilhaft kann es auch sein, bei mehreren Laminate Veneers verschiedene Farben des Einsetzzementes für die Anprobe zu benutzen, um dem Patienten eine Wahlmöglichkeit zu bieten. Darüber welche Farbe benutzt wird, entscheidet definitiv der Patient. Nach der Anprobe werden die Restaurationen mit der Aceton-2-Gläser- Technik im Ultraschallgerät gereinigt. Die verwendeten Befestigungszemente müssen langfristig farbstabil und widerstandsfähig sein, außerdem müssen sie für Laminate Veneers in verschiedenen Farben zu Verfügung stehen, um die Farbwirkung der Restauration beim Einsetzen optimieren zu können. Nach den Erfahrungen und Tests von Prof. Barghi sollte die Keramikrestauration (Feldspat Keramik) abweichend von manchen Herstellerangaben 90 Sekunden mit Flusssäure-Gel geätzt werden. Sehr wichtig für den optimalen Haftverbund ist das nachfolgende Entfernen der durch die Ätzung entstandenen
Salze. Dies geschieht mit einer weichen Zahnbürste unter fließendem Wasser, durch vorsichtiges Abdampfen, mit Druckluft, im Ultraschallgerät oder mit Phosphorsäure und Abbürsten in der Praxis, je nach dem was verfügbar ist. Die Haftung des Einsetzzementes an der Keramikrestauration wird neben der optimalen Ätzung zum großen Teil durch das richtig angewandte und ausgewählte Silan bestimmt. Prof. Barghi arbeitet ausschließlich mit 2-Flaschen-Systemen auf Acetonbasis. Mit einem Pinsel wird so viel auftragen, wie in 5 Sekunden verdunstet. Zu dick aufgetragenes Silan schwächt die Verbindung. Als Befestigungsmaterial werden i.d. R. ausschließlich lichthärtende Komposites benutzt.

In seinen Vortrag arbeitete Herr Prof. Tanaka die unterschiedlichen Schichtkonzepte für Laminate Veneers (= transluzente Veneers) und Veneers (= aufhellende oder abdeckende Veneers) heraus. Die unterschiedlichen Konzepte können kombiniert werden. Laminate Veneers werden sehr transluzent gearbeitet. Veneers kommen bei stark verfärbten Stümpfen zur kompletten oder teilweisen Abdeckung verfärbter Stümpfe zum Einsatz.

Bei der Farbauswahl für Laminate Veneers ist zu beachten, dass neben der ausgesuchten Farbe für die Restauration auch die Stumpffarbe bestimmt werden muss, da sie bei den transluzenten Laminate Veneers die spätere Restaurationfarbe mitbestimmt. Nur 50 % der Restaurationsfarbe wird durch die verwendete Keramik des Zahntechnikers erreicht. Bei den restlichen 50 % hat es der Zahnarzt in der Hand, durch Auswahl des richtigen Zements die Wunschfarbe des Patienten zu erreichen.

Farbauswahl

Die Zahnaufhellung durch Bleichen ist in Amerika ein Standard, der auch in Studien sehr positiv bewertet wird. Wichtig ist, dass die Zahnaufhellung durch Bleaching vor der Farbnahme erfolgt.

Schöne Zähne sind ein Stück Lebensqualität in Amerika wie in Deutschland, in Amerika gilt bei der Farbauswahl der Satz: „Listen to the Patient.“ In vielen Fällen sucht sich der Patient eine sehr helle Farbe aus und bekommt sie dann auch. Für den Zahntechniker ist das eine Herausforderung, denn die Restauration soll nicht nur einfach hell, sondern hell und trotzdem
natürlich sein. Im Mittelpunkt stehen die Wünsche des Patienten, denn: „Ästhetik liegt im Auge des Betrachters.“

Herr Prof. Tanaka stellte dem Auditorium sein neuestes Projekt vor, das sich mit den Möglichkeiten der Adhäsivbefestigung von Zirkon beschäftigt. Dadurch wird es möglich, Veneers in sehr geringen Schichtstärken mit messerscharf auslaufenden Rändern herzustellen. Das Zirkoniumdioxyd-Gerüst wird entsprechend dem natürlichen Dentin in einem einfachen Verfahren unterschiedlich eingefärbt und lediglich noch mit einer dünnen Schicht Schmelzmasse belegt. Es ist nur eine minimalinvasive Tangentialpräparation im Schmelz nötig. Mit diesen sehr dünnen Veneers erreicht man es, Stumpfverfärbungen optimal abzudecken. Natürlich kann das neue Verfahren auch genutzt werden, um Zirkonbrücken, Zirkonteleskope oder Zirkonmarylandbrücken sicherer zu befestigen.

Am zweiten Tag wurden die gewonnenen Erkenntnisse praktisch umgesetzt. Beide Referenten nutzten bei ihren Workshops Digitalkameras, die die Arbeitsweise im Fall von Prof. Barghi auf eine Leinwand und bei Prof. Tanaka auf Bildschirme übertrugen. Dadurch konnten die Teilnehmer die Vorgänge hautnah und vergrößert miterleben. Unter der Anleitung von Prof. Barghi befestigte die Gruppe der Zahnärztinnen und Zahnärzte Veneers und Laminate Veneers adhäsiv. Dafür waren Modelle und Veneers vorbereitet.

Prof. Tanaka schichtete zur gleichen Zeit mit den Labor-Teilnehmern jeweils ein Laminate Veneer und ein Veneer. Auch für die Zahntechniker wurden die benötigten Modelle samt feuerfesten Stümpfen bereitgehalten.

Nach Prof.Tanakas Erfahrung sollte die Schichtung immer etwas heller als das final gewünschte Farbresultat sein. Die verwendete Veneer-Keramik soll leuzitverstärkt sein und Schichtungen nach dem Body-Inzisal- und nicht nach dem Dentin Schneide-Konzept erlauben. Damit lassen sich substanz schonend geringe Schichtstärken bei Veneers realisieren. In der Tanaka Delight Keramik ist das von vornherein berücksichtigt. Die Stabilität wird durch optimales Verdichten der Keramik verbessert, auch dürfen sich keine Kratzer und Risse an der Oberfläche befinden, da sie die Keramik schwächen.

Als Zugabe und zum Abschluss der Veranstaltung erläuterte Prof. Barghi für alle Teilnehmer die Reparaturmöglichkeiten im Mund. Professor Tanaka sieht die minimalinvasive Ästhetische Zahnheilkunde als eine Chance für die deutsche Zahntechnik in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und erläuterte, dass in Amerika schon vor Jahren eine Krisensituation durch die minimalinvasive Ästhetische Zahnheilkunde überwunden wurde. Ein Prinzip von Tanaka Dental GmbH ist es, dass jeder Teilnehmer gegen einen geringen Unkostenbeitrag als Gast ein zweites Mal teilnehmen kann.

Die Veranstaltung fand in gelöster Atmosphäre statt, perfekt organisiert vom Tanaka Team, in den modernen, bestens ausgestatteten Räumen des Dentalen Fortbildungszentrums Hagen. Diese Team-Fortbildung sollten Zahntechniker und Zahnarzt gemeinsam besuchen, um Hand in Hand optimale Ergebnisse zu erreichen.

Weitere Informationen

ZTM Jürgen Sieger
Dentales Fortbildungszentrum
Hagen
Handwerker Straße 11
D-58135 Hagen
Tel.: +49 (0) 23 30 – 91 99 97
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
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