14. Juli 2010 in Kategorie: Zahnmedizin

Eine Fallbetrachtung fast zehn Jahre nach Depotphorese®-Behandlung.Der hier beschriebene Fall ist der erste einer Serie von Fallbeispielen aus der Praxis von Dr. Thomas Peters, Wuppertal. Die seit 17 Jahren erfolgreiche Anwendung der Depotphorese® in der eigenen Praxis ermöglichte Dr. Peters, die Erfahrung der Wirksamkeit besonders auch in kritischen Fällen und die erfolgreiche Behandlung in diesem Fall sicher zu stellen.

Beschrieben wird die erfolgreiche Kombination von konventioneller Vorgehensweise (Aufbereitung und Abfüllung) und der Depotphorese®. Ein nahezu nicht mehr erhaltungswürdiger Zahn, bei dem sich gewöhnlich die Alternativen Wurzelspitzenresektion oder Extraktion ergeben, konnte mit Hilfe der Depotphorese ® innerhalb der jeweiligen Sitzungen und Zwischeneinlagen mit Cupral® erfolgreich therapiert werden. Die langjährige Erfahrung ermöglichte Dr. Peters hier einen Dokumentationsverlauf über fast 10 Jahre.

Vorgehensweise

Bei der Depotphorese® werden die Wirkstoffe des mit dem Lentulo in den Kanal eingebrachten Cupral®s (kolloidales Kupferhydroxid und Hydroxocuprat-Anionen) durch ein schwaches elektrisches Feld zum Apex transportiert. Der Transport der Ionen stoppt unmittelbar am Ausgang des Wurzelkanals bzw. des Apex, da u.a. die elektrische Feldstärke E dort gegen null geht. Das Cupral® wird dabei nicht nur durch den Hauptkanal, sondern auch durch sämtliche Seitenkanäle transportiert und entfaltet so in der gesamten Apexregion seine bakterizide Wirkung. Dieser Vorgang beansprucht je Kanal ca. 3-5 Min.. Für alle Arbeitsschritte bei einem Molaren ist ein Zeitaufwand von ½ - ¾ Std. für die Depotphorese® je Sitzung zu kalkulieren. Diese Zeit wird von den Patienten durchweg sehr gut toleriert und aufgrund des äußerst beeindruckenden Erfolges entsprechend gewürdigt und letztlich auch honoriert. Da einige Arbeitsschritte delegiert werden können, hält sich die zeitliche Beanspruchung durch den Behandler in engen Grenzen.

Fallbeschreibung

Der Patient, m., 34 Jahre, erschien am 08.01.1998 mit starker apikaler Aufhellung an Zahn 36 (Abbildung 1) in unserer Praxis. Der Zahn 36 war druckschmerzhaft und mit deutlicher Zahnbeweglichkeit (ZB II), Zahn 35 war dabei klinisch unauffällig.

Die Zähne 35 und 36 wurden konventionell mittels Giromatik bis zur ISO Gr. 35 aufbereitet (Abbildung 2). An Zahn 36 wurde
die Depotphorese® in drei Sitzungen angewendet. Die Position der Elektroden während der Behandlung ist beispielhaft in Abbildung 3 bei einem aktuellen Fall demonstriert.

Aufgrund der Größe der Aufhellungen wurden verlängerte Liegezeiten der Cupral®- Einlagen vorgenommen und somit die Intervalle der Depotphorese®-Anwendung, welche normalerweise in 10–14-tägigen Abständen erfolgen, hier auf mehrere Monate zwischen zwei Behandlungen ausgedehnt. Nach 8 Monaten (16.09.1998) erfolgte eine erste Röntgenkontrolle, welche den Ausheilungsprozess verdeutlicht (Abbildung 4).

Da es zur absoluten Beschwerdefreiheit und röntgenologisch weitestgehender Abheilung kam, wurde nach 14 Monaten (12.03.1999) die Wurzelfüllung mittels Guttapercha und Endomethasone® vorgenommen (Abbildung 6). Die Läsionen sind zu dem Zeitpunkt zwar noch nicht vollständig ausgeheilt (Abbildung. 5), aber der Prozess der Ausheilung ist so weit fortgeschritten, so dass dieses Vorgehen als nahezu risikolos zu beurteilen ist. Eine leichte Überfüllung mit Sealer, wie sie auf den Röntgenbildern zu sehen ist, stellt klinisch äußerst selten ein Problem dar. Bei dem hier beschriebenen Zahn 36 wurde der überfüllte Sealer in Abbildung 7 (v. 16.04.2008) nach 9 Jahren vollständig resorbiert. Auch klinisch ist Zahn 36 absolut unauffällig (s. Abbildung 8 v. 16.04.2008). Somit konnte ein normalerweise als fast nicht mehr erhaltungswürdig anzusehender Zahn durch die Depotphorese®-Behandlung erfolgreich therapiert und seither ohne jegliche Auffälligkeiten erhalten werden.

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