17. Februar 2010 in Kategorie: Zahnmedizin
Erfahrungsbericht mit einer neuen Variante der Befestigung implantatgetragener Suprakonstruktionen
Andreas Blesch
Die Befestigung von Kronen und Brückenkonstruktionen auf Implantaten wirft immer wieder Fragen auf. Die häufigste ist, ob es nicht doch möglich sein sollte, eine absolut kaustabil zementierte Suprakonstruktion ohne Beschädigung wieder entfernen zu können. Mit dem neuen Implantatzement implantlink ® semi von DETAX ist diese Option erstmals vollständig gegeben. Klare Vorteile dieser Option sind:
- korrigierbare Okklusion im Bereich von Verblendungen
- nachträgliche Zahnfarbkorrekturen werden möglich
- Reparaturen bei Abplatzungen der Keramik
- extraorale Reinigung bei problematischer Mundhygiene
- Periimplantitis kann konsequent behandelt werden
- für Gingiva- und Papillaforming Techniken optimal
Nachteile im Verhältnis zur Zementierung mit Zink-Phoshatzement oder Compositezement sind eigentlich nur bei schlechter Retention der Suprakonstruktion denkbar. Erfahrungsgemäß ist die traditionelle Zementierung auch nicht von unbegrenzter Haltbarkeit. Mit der Spitze der Duomix-Mischkanüle kann der dünnfließende Zement schnell eingebracht und verteilt werden. Der Zement tropft nicht und ist langsam genug eingestellt, sodass man als Behandler bei ensprechender Trockenlegung auch mehrere Kronen in einem Kiefer alleine einsetzen kann, was zu erheblicher personeller Entlastung führt!
Bei lichtdurchlässigem Gerüstmaterial wie Zirkondioxid oder Lithiumdisilikatkeramik (Empress/e.max) kann der dualhärtende Zement mit der Polymerisationsleuchte fixiert werden. implantlink® semi splittert oder bricht nicht, sondern bleibt nach Abbindung etwas elastisch, was die Entfernung der Überschüsse, wie auf dem ersten Foto zu sehen, extrem vereinfacht.
Sollte die Rekonstruktion zu Kontroll- oder anderen Zwecken einmal abgenommen werden, lassen sich die Zementreste sehr leicht, beinahe am Stück herausziehen. Nach kurzer Desinfektion kann die Rekonstruktion sofort mit geringstem Aufwand wieder befestigt werden. Bis Langzeiterfahrungen mit dieser Befestigungsvariante vorliegen, empfehle ich, regelmäßig den festen Sitz der Suprakonstruktion zu prüfen. Bei jeglicher Unsicherheit, ob das Ganze noch dicht ist, lässt sich die Konstruktion wirklich extrem schnell neu befestigen, was bei entsprechender Abrechnung sogar noch lukrativ wäre.
Angewendet werden kann implantlink® semi vorläufig bei Metallgerüsten, Zirkondioxidgerüsten mit mindestens 0,8 mm Wandstärke im Randbereich. Bei Lithiumdisilikatgerüsten sollte ebenfalls eine massivere Randkonstruktion vorliegen. Die kombinierte Anwendung von implantlink® semi auf Implantat- und natürlichen Pfeilerzähnen befindet sich derzeit in der klinischen Prüfung, dürfte aber seitens der Verträglichkeit grundsätzlich kein Problem sein. An Brückenpfeilerzähnen alle Jahre mal wieder richtig Zahnstein entfernen zu können, wäre jedenfalls ein erheblicher Fortschritt.
Wie bakteriendicht der Zement ist, lässt sich im Bild 3an der internen Mucosa erkennen, die innerhalb der ersten vier Monate Tragezeit begonnen hat, sich direkt am Rand der entfernten Zirkondioxidkrone anzuhaften. Die kleinen, beim Abnehmen eröffneten Gefäße zeigen dies deutlich.
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