15. Februar 2010 in Kategorie: Zahnmedizin
Hinter gesunden Zähnen und einem strahlenden Lächeln stecken oft jahrelange Pflege, viele Zahnarztbesuche und aufwendige Zahnregulierungen, die nicht selten ein kleines Vermögen verschlingen. Ein Unfall beim Schulsport oder in der Freizeit kann all dass in nur wenigen Sekunden zerstören. Dabei ließe sich in vielen Fällen eine solches Unglück mit einem geeigneten Sportmundschutz vermeiden. Mit der „Signature- Mouthgard-Kampagne“ soll mehr Bewusstsein für dieses Thema geschaffen werden…
Robert Hoffmann
Die Zahntechniker-Innung Rheinland-Pfalz, Zahnexperten24.de und das Unternehmen Dreve Dentamid GmbH, starteten gemeinsam die „Signature-Mouthgard-Kampagne“. Im Vordergrund steht bei dieser Initiative ein Bewusstsein in der Bevölkerung, aber auch bei Zahnärzten, für das Thema Zahntrauma zu schaffen: „Die Ziele unseres Handelns liegen zum
Einen in der konkreten Einführungeines nachhaltigen Zahnrettungskonzeptesin öffentlichen Einrichtungen und zum Anderenin der verstärkten Kommunikation der Möglichkeiten, Zähne optimal vor Zahnverletzungenzu schützen“, erklärt Jörg Knieper,von zahnexperten24.de. Dazu gehört neben einer umfangreichen Aufklärung derZielgruppen, der Einsatz von Zahnrettungsboxenbzw. Sportmundschutze. Auch nach Auffassung von Manfred Heckens gibt es konkreten Handlungsbedarf in Richtung Zahnschutz. Der Obermeister und Vorstandder Zahntechniker-Innung Rheinland-Pfalz kennt die Folgen schwerwiegender Zahntraumata aus der Praxis der Laboratorien. Bei Kindern sei häufig nach Unfällen Zahnersatz anzufertigen. Nach einem Zahnunfall können Zähne durch Aufprall herausgeschlagen werden und Kronenanteile abbrechen. Außerdem könne dies zu Verlagerungenvon Zähnen, Erschütterungen oder Brüchen der Zahnwurzeln sowie des Knochens führen. Selbst bei leichten Zahnunfällen, beiden man gar nichts sieht, kann es so zu Folgeschäden bis zum Zahnverlust kommen. Manfred Heckens sieht zwei Wege, wie die Folgewirkungen solcher Zahnunfälle wirksam verhindert werden könnten: durch die Rettung ausgeschlagener Zähne mit einer Zahnbox und durch einen Mundschutz, also professioneller Zahnschutz gegen Zahnschäden bei Sportunfällen.
Jugendliche besonders betroffen
Dass es sich nicht nur um wenige Einzelfälle handelt, zeigt die Häufigkeit von Zahnunfällen. Vor allem die Altersstufen der
8-bis 12-Jährigen sind betroffen. Insgesamt haben bis zum 16. Lebensjahr ein Fünftel der Mädchen und fast ein Drittel der Jungen durch Zahnunfälle nachweislich Zahnschäden erlitten. Die Dunkelziffer ist zudem groß. In diesem Alter ist der Zahnunfall vermutlich die häufigste Ursache für Zahnverlust und Dauerschäden an Zähnen. Statistiken belegen, dass es nicht unbedingt Profisportler sind, welche sich Gesichtsverletzungen zuziehen. Fast jeder fünfte Hobbysportler erleidet einenUnfall oder eine Zahnschädigung beim Sport und Spiel. Im Gegensatz zum Profi ist sich der Amateur seltener über die Gefahr bewusst.Nach amerikanischen Untersuchungen erleiden bis zum 50. Lebensjahr etwa die Hälfte der Menschen Zahnunfälle. „Nach Untersuchungen in Dänemark werden die Kosten durch Zahnunfälle auf acht Millionen Dollarpro eine Million Einwohner und Jahr geschätzt“,so Manfred Heckens. „In Deutschland dürften die Kosten nicht geringer sein“, vermutet er. Bei rund 80 Millionen Einwohnerner rechneten sich Kosten von etwa 500 Millionen Einwohner pro Jahr. Die lebenslangen individuellen Kosten nach Zahnverlust in jungen Jahren betragen geschätzt etwa10 000 bis 20 000 Euro, könnten aber auch ein Vielfaches erreichen – Kosten, die großteils vom Patienten oder deren Eltern getragen werden müssten.
Wissenschaftliche Unterstützung
Die von Zahnunfällen hauptsächlich betroffenen eher jungen Altersgruppen lassen die Hauptunfallorte bereits vermuten. Deshalb werden gezielt Schulen, Schwimmbäder, Kitas oder Sportvereine angesprochen. „Darüber hinaus wollen wir auch die entsprechenden Organisationen auf Bundes- und Landesebene wie Ministerien, Landeselternbeirat, Landeszahnärztekammern, Sportund Schwimmverbände etc., in die Kampagne miteinbeziehen“, erklärt Jörg Knieper.
Wichtig ist den Initiatoren, dass die Umsetzung des Zahnrettungskonzepts wissenschaftlich begleitet wird. Deshalb konnten für die Etablierung des Konzepts führende Experten wie PD Dr. Yango Pohl und Prof. Dr. Andreas Filippi, unter Einbeziehung der Unfall- und Krankenkassen, gewonnen werden. Mit dem Handballer des Jahrhunderts Erhard Wunderlich, wird die Aktion auch prominent unterstützt. Gerade Handball gehört zu den Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko. Geplant sind deshalb auch Aufklärungsaktionen in der Sportart Handball. Bereits mehrere Schulen und Schwimmbäder in verschiedenen Bundesländern wie Hessen und Mecklenburg-Vorpommern wurden teilweise durch Unterstützung von Unfall- und Krankenkassen mit den „SOS Zahnboxen“ ausgestattet. „Dass die Aktion bisher erfolgreich angelaufen ist, zeigt die auch die große Resonanz in der Presse“, freut sich Jörg Knieper. Bei diesen durchweg positiven Reaktionen stellt sich Frage, warum das erfolgreiche Konzept erst jetzt so großes Interesse hervorruft. Kritische Stimmen, die einen besseren Schutz bei Sportunfällen fordern, gibt es ja schon seit längerer Erfahrungen damit gesammelt.“ Dass neben qualitativen Aspekten auch die ästhetischen eine Rolle spielen, dürfte vor allem für Kinder und Jugendliche eine Rolle spielen. Auch in dieser Hinsicht hat das Unternehmen Dreve Dentamid GmbH sich den Anforderungen bzw. Wünschen angepasst. Dazu Torsten Schulte-Tigges: “„Ein „must have“ zu erzeugen ist nicht leicht, aber wer dem Sportler zum Beispiel sein Produkt in Vereinsfarben präsentiert, stellt eine große Akzeptanz fest. Dabei ensteht ein ähnlich positiver Effekt, wie beim klassischen Sportartikel-Merchandising.
In diesem Fall kann der Sportler Verletzungen vermeiden und gleich zeitig wird der Teamgeist gefördert. Mit *Funky tool * bietet Dreve hierfür ein geniales Zubehör für den kreativen Zahntechniker an: Spezielle Laminier- Techniken, Namen, Bilder und Logos sind jetzt leicht umgesetzt.“
Einfach zu reinigen
Außer den besonderen Qualitätsanforderungen an das Material, stellt sich auch die Frage der Reinigung und Haltbarkeit eines
Mundschutzes? Torsten Schulte-Tigges empfiehlt die Reinigung mit klarem Wasser; aber auch die Zahnbürste und etwas Zahnpasta können benutzt werden. Der Mundschutz sollte außerdem in einem lichtundurchlässigen Kunststoffbehälter aufbewahrt werden, so behält er seine Form und Festigkeit. Bei entsprechender Reinigung und Aufbewahrung muss der Hobbysportler nach drei Jahren mit einem neuen Mundschutz bzw. Mouthgard versorgt werden. Der Profisportler benötigt jährlich einen neuen Schutz. Bei Jugendlichen sollte mindestens halbjährlich erneuert werden, um das Wachstum zu berücksichtigen. Zahnspangenträger wechseln ihren Mundschutz nach etwa drei Monaten.
Auch für kleine Labors rentabel
Die Herstellung individueller Mundschutze setzt eine bestimmte Ausstattung der Labors voraus. Manfred Heckens hält die Dentallabors hierfür gut ausgerüstet. „Mit einer speziellen Ausstattung ginge dies aber sicher noch besser und rationeller“, so der Obermeister der Zahntechniker-Innung. Bei Labors, die über keine geeigneten Tiefziehgeräte verfügen, empfiehlt der Spezialist Dreve Dentamid GmbH Druckfomgeräte mit mindestens 4 bar Druck. Idealerweise sollte man, um einen lang anhaltenden Mouthguard herzustellen, ein Druckformgerät mit 6 bar Druck nutzen. Da diese enorme Anpresskraft eine gleichmäßige Laminierung erzeugt, garantiert dies die besten Ergebnisse. Vakuumgeräte sind ungeeignet. Dabei rechnet sich die Anschaffung auch für kleinere Praxislabors. „Die Amortisation eines Drufomat scan mit bis zu 6 bar ist für gewerbliche Labors sowie für Praxislabors schnell erreicht“, erklärt Schulte- Tigges. Mit einem alles überspannenden Einsatzbereich sei das System sehr gewinnorientiert ausgerichtet. Darüber hinaus verbrauche das Gerät wenig Platz, sei einfach zu bedienen und dessen Ergebnisse überzeugen die Fachleute. Als kompetenter Spezialisten in den Sparten Tiefziehtechnik, Prothesen Gießtechnik, dentale Silikone und Laborgeräte, verfügt Dreve deshalb über besonderes Hintergrundwissen bei der Herstellung von Mundschutze. Ein Know-how, dass wir an Zahnärzte und Zahntechniker in Kursen weitergeben. Anschließend autorisieren wir die Teilnehmer mittels Zertifikat“, so Schulte-Tigges. Mit dem „Signature Mouthgard“ beispielsweise, bietet das Unternehmen außerdem einen Mundschutz an, der unter Einsatz verschiedener Materialien und Schichtstärken individuell an die Schutzbedürfnisse der jeweiligen Sportart und Altersgruppe angepasst werden kann.“
Mundschutz als Eigenleistung
Die Kosten für einen im Labor angefertigten individuellen Mundschutz belaufen sich derzeit auf etwa 120 und 200 Euro. Demgegenüber müssten 10 000 bis 20 000 Euro Kosten durch Zahnverletzungen oder Zahnschäden bezahlt werden. Doch trotz dieser enormen Folgekosten sehen die Krankenkassen keinen Handlungsbedarf, die Kosten für einen Sportmundschutz zu übernehmen. Die Pressesprecherin der AOK PLUS Sachsen Thüringen Hannelore Strobel begründet dies beispielsweise so: „Krankenkassen können ihren Versicherten nur Leistungen gewähren, die gesetzlich oder durch Veträge vorgeschrieben seien. Die Leistungen müssen laut Gesetzgeber ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein, sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Leistungen, die nicht notwendig oder unwirtschaftlich sind, dürfen die Krankenkassen nicht bewilligen. Ein herausnehmbarer Sportmundschutz besteht aus Kunststoff zum Schutz von Zähnen und Kiefer und wird bei besonders verletzungsund unfallträchtigen Sportarten, wie zum Beispiel Kampfsportarten (Boxen, Ringen, Karate, Kickboxen) oder Trendsportarten wie Inline-Skating genutzt. Generell muss von der Tatsache ausgegangen werden, dass immer nur ein Teil der Mitglieder einer Krankenkasse sich sportlich betätigen und von diesen sportlich Aktiven wiederum nur ein Teil die genannten verletzungsintensiven Sportarten betreiben. Die Vorbeugung von Zahn- und Kieferverletzungen durch einen Sportmundschutz kann somit nicht zu den Aufgaben einer Krankenkasse gehören und darf nicht zulasten der Solidargemeinschaft finanziert werden.“
„Das Thema „Zähne retten, Zähne schützen, Zähne machen“ wird im Bewusstsein der Bevölkerung verdrängt, wie die Gefahr von Zahnunfällen unterschätzt wird“, sagt Manfred Heckens. Dass auch bei den Krankenkassen dieses Thema bisher kaum angekommen ist, läge an fehlender Aufklärung und der Überzeugung, hier entscheidende Fortschritte und Kosteneinsparungen erreichen zu können. „Wir sind angetreten, dieses Bewusstsein zu erreichen“.
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Internet: http://www.dreve.com


