27. Januar 2010 in Kategorie: Zahnmedizin

Ein wichtiger Baustein für Ihre Qualitätssicherung in der Praxis. Sie bereiten Ihre Hand- und Winkelstücke in der Praxis manuell auf. Der erfolgreichen Nachweis der Reinigung und Desinfektion können Sie leicht für Ihre Dokumentation erbringen.

Autor: Angela Wolf

Die Aufbereitung von Medizinprodukten, wie zahnärztliche Hand- und Winkelstücke (HWS)/Turbinen, umfasst nach den Vorgaben der gemeinsamen Empfehlung von RKI/BfArM im Wesentlichen die Reinigung, Desinfektion und Sterilisation. Für die Aufbereitung von Medizinprodukten der Klassifizierung Semikritisch B ist eine abschließende Sterilisation nicht erforderlich. Alle bisherigen auf dem Markt befindlichen maschinellen Reinigungs- und Desinfektionsverfahren überwachen nicht die Durchspülung der engen Lumen der Spraywasser- und Sprayluftkanäle der Instrumente. Aus diesem Grunde wird für diese Instrumente häufig das manuelle Verfahren der Sprühreinigung und -desinfektion durchgeführt.

Auf der IDS 2005 stellte die Firma Favodent erstmals das Desinfektionsmittel Favosol mit begrenzter Viruzidie vor. Die Vorteile dieses manuellen Verfahrens wurden vom Markt schnell erkannt und vergleichbare Produkte anderer Hersteller folgten. Die Weiterentwicklung Favosol Vmax ist das Einzige, sich derzeit auf dem Markt befindliche „vollviruzide“ Mittel für die Reinigung- und Desinfektion der Spraywasser- und Sprayluftkanäle. Die Aufbereitungsprozesse in der Zahnarztpraxis müssen validiert und die Einhaltung der vorgegebenen Spezifikationen muss sichergestellt sein. Diese liegt in der Verantwortung des Anwenders, der den erforderlichen Nachweis in seinen praxisinternen Standardarbeitsanweisungen zu berücksichtigen hat. Die Ergebnisse werden in der Aufbereitungsdokumentation erfasst. Die Validierung eines geeigneten Aufbereitungsprozesses nach DIN EN ISO 17664: 2004 unterliegt der Verantwortung des Medizinprodukteherstellers. Im Fall von Übertragungsinstrumenten handelt es sich dabei entweder um den Instrumentenhersteller oder um den Hersteller des Aufbereitungsproduktes. Beide sind verpflichtet nachzuweisen, dass die von ihnen empfohlenen Aufbereitungsschritte wirksam sind. Dieser Verpflichtung ist Favodent wie folgt nachgekommen.

Der Erfolg der Maßnahmen muss vom Anwender nachgewiesen werden. Hierzu sind von der HYBETA GmbH in Münster zwei Testkits entwickelt worden, die es dem Anwender auf einfache Art und Weise ermöglichen, die erfolgreiche Reinigung und Desinfektion zu belegen. Der Nachweis der Reinigungsleistung erfolgt durch Einsatz des Proteinnachweis-Kits. Hierbei wird eine proteinlösende Flüssigkeit mit Hilfe der bei der Sprühreinigung verwendeten Adapter durch die Spraywasser- und Sprayluftkanäle des Übertragungsinstruments gespült und aufgefangen. Diese Lösung wird an das Prüflabor geschickt, das den Proteingehalt ermittelt und als Befund an die Zahnarztpraxis zurückschickt. Liegt die nachgewiesene Restproteinmenge unter 100 µg/Instrument, war die durchgeführte Reinigung einwandfrei. Durch den vom Labor erstellten Befund ist der Reinigungserfolg entsprechend dokumentiert. Analog zu diesem Vorgehen erfolgt der Nachweis der Desinfektionsleistung mit Hilfe des Keimnachweis-Kits. Bei der Durchführung dieser Untersuchung wird sterile Kochsalzlösung durch die entsprechenden Kanäle gespült, aufgefangen und an das Prüflabor geschickt. Dort erfolgt eine Keimzahlbestimmung. Der Befund dient als Nachweis für die erfolgreich durchgeführte Desinfektion. Die Vorteile dieser Überprüfungsmethoden sind:

  • Hohes Maß an Sicherheit, da die Handhabung der Sprühreinigung und -desinfektion individuell vor Ort beim Anwender überprüft wird
  • Einfachheit der Durchführung
  • Die zu untersuchenden zahnärztlichen HWS müssen nicht verschickt werden
  • Einfache Dokumentation durch den Anwender
  • Vergleichsweise geringe Kosten


Die Test-Kits können bei der Firma Favodent Karl Huber GmbH oder beim Dentalgroßhandel bezogen werden.

In letzter Zeit sorgte eine Studie der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe für Aufsehen. Die Firma HYBETA hat im Aufrag der Kammer Untersuchungen zur Reinigungsleistung eines Spraykanaldesinfektionsmittels in den Spraywasser und Sprayluftkanälen durchgeführt. Die Untersuchungen wurden mit der WL-Serie der Firma Alpro durchgeführt. Die Ergebnisse waren gut.

Der Firma Favodent Karl Huber GmbH geht es seit der Markteinführung von Favosol im Jahr 2004 hauptsächlich um die Etablierung dieses manuellen Verfahrens für die Aufbereitung von Übertragungsinstrumenten. Aus diesem Grund laufen derzeit Untersuchungen in Zusammenarbeit mit der HYBETA GmbH, die mit der von der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe in Auftrag gegeben Studie vergleichbar sind.

In einigen Presseartikeln ist zu lesen, dass in der Studie der Zahnärztkammer Westfalen-Lippe auch die Reinigung der erreichbaren Innenflächen (Getriebe/Kopf) geprüft wurde. Dies ist aber nicht der Fall.

Informationen:

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Internet: http://www.favodent.com

 
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