17. Februar 2010 in Kategorie: Sonstiges
Der erste Beitrag unserer neuen Serie „Praxen in Deutschland“ in der Dental Barometer Ausgabe 7-2009 war überaus erfolgreich. Vielen Dank liebe Leserinnen und Leser für die zahlreichen positiven Reaktionen auf den Artikel. In der ersten Folge stellten wir eine Zahnarztpraxis an der Ostsee vor. Für die aktuelle Ausgabe waren wir für Sie in Remscheid NRW unterwegs.
Redaktion
Wie arbeiten die Kolleginnen und Kollegen, wie sind ihre Praxen ausgestattet und nach welchem Konzept arbeiten sie? Zahnärztinnen und Zahnärzte aus allen Regionen Deutschlands zeigen einen Blick hinter die Kulissen ihrer Praxis. Dieses Mal hat für „Dental Barometer“ Zahnarzt Dr. Thomas Stoltz aus Remscheid seine Pforten geöffnet. Seine Praxis liegt im Zentrum Remscheids, einer Stadt im Bergischen Land mit knapp über 110 000 Einwohnern. Trotz vorweihnachtlicher Hektik und hohem Patientenaufkommen werden wir Presseleute freundlich empfangen. Die Anmeldung ist großzügig und offen gestaltet, mit freundlicher und angenehmer Atmosphäre. Eine Mitarbeiterin führt uns in ein großes lichtdurchflutetes Wartezimmer mit Kinderspielecke, Getränken für die Patienten und leiser Musik im Hintergrund. Ein Aushang informiert die Patienten über die Leistungen der Praxis. Der Slogan „Kopfsache“ ist dabei nicht ohne Hintergrund gewählt: In der Praxisgemeinschaft ist neben dem Zahnmediziner Dr. Stoltz, noch ein Mund-Kiefer-Gesichts- Chirurg sowie ein HNO-Facharzt tätig.
HNO, MKG und ZM unter einem Dach
Die Praxisgemeinschaft wurde im Jahre 2000 mit dem Ziel fachübergreifender Tätigkeit gegründet. Gemeinschaften mit interdisziplinärer Zusammenarbeit gibt es zwar relativ oft, jedoch seltener, bei denen ein Zahnmediziner und ein HNO-Facharzt praktisch auf einer Ebene zusammenarbeiten. Auf 380 Quadratmetern gehört in der Remscheider Praxis jedoch „zusammen
was zusammen gehört“, erklärt Dr. Stoltz zum ersten seines „6-Schritte-Programms“. Der zweite Schritt ist das „ Fielmann-Prinzip“, das durch gezielte Werbung helfen soll, neue Kunden zu gewinnen. „Dies sei in der heutigen Zeit und dem immer stärkenden werden Konkurrenzdruck ein wichtiges Kriterium für das Fortbestehen der Praxis“, so der Zahnarzt.
Das „Aldi-Konzept“
Auch wenn ALDI heute nicht mehr unbedingt mehr für billig steht, hat Dr. Stoltz sein Praxisprinzip mit dem ALDI-Konzept verglichen: „Zahnersatz 100% made in Germany, vom hochtechnologisierten Meisterlabor MAXIDENT als dauerhafter Partner. Dieses Labor fertigt mit einer CNC 5 Achsen- Fräsmaschine der Firma Röder Dental. „Für die digitale Zukunft in vorderster Front“, so Dr. Stoltz zum 3. Schritt seines Konzepts. Durch die Beschränkung der Bezuschussung von Zahnersatz können sich weniger Begüterte den Zahnersatz häufig nicht mehr leisten. Mit seinem Konzept möchte Dr. Stoltz auch dieser Gruppe preiswerten Zahnersatz ermöglichen. Mit drei Akkorden zum Erfolg geht Dr. Stoltz den „Bohlenweg“: Kronen- Brücken, TKs und Implantate – daraus folgt bei den Patienten die Positionierung und das Alleinstellungsmerkmal im 4. Schritt des Praxiskonzepts.
Wenn der Festzuschuss fällt …
Im 5. Schritt ist das gesamte Konzept darauf ausgerichtet, dass die Praxis weiter bestehen kann, wenn der Festzuschuss fällt. „Ich hoffe nicht, jedoch stirbt die Hoffnung zuletzt – nur meine Praxis nicht!“. Und schließlich der 6. Schritt, bei dem es darum geht, neue Ideen für die Patientengewinnung zu entwickeln. „Oberstes Prinzip sei hierbei“, so der Zahnmediziner, „den Patienten zuzuhören und sich beim ersten Gespräch genügend Zeit zu lassen“. Vor allem auch gut und einfach erklären. So etwas spricht sich herum. Dr. Stoltz räumt ein, dass all dies nicht immer einfach sei, doch wer nicht wagt der nicht gewinnt. „Setze ich als Mediziner immer die Akzeptanz meines Vorgehens gegenüber dem Patienten voraus, entstehen bereits hier die ersten Kommunikationsdefizite“, so Dr. Stoltz.
Dr. Stoltz Jahrgang 1951 ist ein erfahrener Zahnmediziner und inzwischen auch routinierter in Marketing-Fragen. Er räumt ein, dass er früher unbewusst viel Geld verbrannthat, weil er wenig wusste über Praxis-Marketing.Darüber denkt er heute lieber nicht mehrnach. Seine mittlerweile über 30 Berufsjahresind nicht spurlos an ihm vorübergegangen,worüber Dr. Stoltz aber wenigergernespricht. Umso lieber über seine LeidenschaftMotorsport und Le Mans. Wegen einer Behandlungmuss unser angeregtes Gesprächdann leider unterbrochen werden. „Ich mussoben noch alles rausreißen“, sagt Dr. Stoltz verschmitzt und eilt zum Behandlungsraum.Wir nutzen die Zeit, um uns weiter in der großen Zahnarztpraxis umzusehen.
Aufwachen bitte!
Zum gesamten Praxiskomplex, der sich auf einer Ebene befindet, gehören neben den vier Behandlungsräumen, ein vollständig eingerichteter Operationssaal und ein kleinerer OP. Daneben befindet sich ein Aufwachraum. Zweimal in der Woche ist bei den
Behandlungen für die Narkose eine externe Anästhesistin zuständig. Zu den weiteren Einrichtungen gehören ein HNO-Behandlungsraum, ein Hörtestraum, der Röntgenbereich mit modernster SIRONA-Röntgentechnik sowie die Sterilisation, die mit Geräten der Firma MIELE und Melag ausgestattet ist. Darüber hinaus gibt es ein kleines Praxislabor; aber kein Prophylaxe-Shop. Die Patienten werden über Prophylaxe und erforderliche Materialien direkt am Stuhl beraten. Die Behandlungseinheiten in der Praxis der Firma Thomas Dental Geräte und KaVo fügen sich dabei harmonisch in das Gesamtkonzept der Praxis ein. Selbst in Räumen ohne Tageslicht wurde durch professionelle Beleuchtung ein angenehmes Licht geschaffen, ohne dass der Eindruck einer schlecht beleuchteten Dunkelkammer entsteht. Dezente Farben und
Bilder im gesamten Praxisbereich lockern die Atmosphäre insgesamt positiv auf. Für einen reibungslosen Ablauf in der Zahnarztpraxis und das Wohl der Patienten sorgen insgesamt 14 Mitarbeiter. Ein Assistenzarzt sowie ein weiterer fest angestellter Zahnarzt ergänzen das Team.
Fazit
Die Remscheider Praxis strahlt eine sehr offene und patientenfreundliche Atmosphäre aus. Die hellen geschmackvoll gestalteten Räumlichkeiten wirken sich auch bei einmal längeren Wartezeiten positiv aus. Zum Abschluss unseres Gesprächs fasste Dr. Stoltz zusammen, was er im Umgang mit Patienten für besonders wichtig hält: „Zunächst bedarf es eines Konzepts, das den Patienten berücksichtigt. Ohne Konzept geht heute nichts mehr. Es ist relativ einfach, auf die Bedürfnisse der Patienten einzugehen. Man muss nur zuhören. Jeder ist ein Individuum, das sollte man nicht vergessen. Und Patientenbindung ist kein Zauberwort, sondern Notwendigkeit. Möglichkeiten, um diese zu erreichen, gibt es viele. Man muss sie nur nutzen.“ Vielen Dank Dr. Stoltz, dass Sie sich für uns die Zeit genommen haben und Einblicke in Ihre Praxis gewährten.
Weitere Informationen über:
Redaktion Dental Barometer
Mommsenstraße 7
D-04329 Leipzig
Tel.: +49 (0) 3 41 – 23 10 32-0
Telefax: +49 (0)3 41 – 23 10 32-11
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
www.barometer-online.info
Möchten auch Sie ihre Praxis vorstellen?
Viele Leserinnen und Leser erhalten so Anregungen für die eigene Praxis oder Einblicke in neue Konzepte. Wir besuchen Sie gerne. Senden Sie uns eine E-Mail an
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
mit dem Kennwort: Praxen in Deutschland und Ihre Anschrift. Wir nehmen dann mit Ihnen Kontakt auf und vereinbaren einen Termin. Der Preis hierfür: Eine Veröffentlichung in einer der nächsten Ausgaben bundesweit und in Österreich.

