05. Juli 2011 in Kategorie: Aktuell

Bei einem Pressegespräch mit dem Titel „Einfach währt am längsten! Auch bei der Seitenzahnfüllung?“ stand am 27. Juni 2011 in Frankfurt am Main das Glasionomer-basierte Restaurationskonzept EQUIA im Fokus von Vorträgen aus Wissenschaft, klinischer Praxis und Industrie. Einigkeit herrschte bei den Referenten darüber, dass es neben hochästhetischen kostspieligen Versorgungen einen erheblichen Bedarf an zuzahlungsfreien Basisversorgungen jenseits des Amalgams gibt.

Frank Rosenbaum, Jens Pätzold, Prof. Dr. Roland Frankenberger, Prof. Dr. Reiner Biffar, Gert Fecht und Dr. Piyush Khandelwal Frank Rosenbaum, Jens Pätzold, Prof. Dr. Roland Frankenberger, Prof. Dr. Reiner Biffar, Gert Fecht und Dr. Piyush Khandelwal

Es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten für eine Seitenzahnrestauration und – auch hierüber herrschte Konsens bei den Experten – mit EQUIA (GC Germany, Bad Homburg), dem Kombinationsprodukt aus Glasionomer-basierter Füllungskomponente und Komposit-Coating, steht dem Zahnarzt mittlerweile eine ästhetische Alternative für permanente Versorgungen im Seitenzahnbereich zur Verfügung. Die werkstoffliche Grundlage für den Erfolg des Materials liegt dabei im Zusammenwirken der beiden Bestandteile: Die Füllungskomponente EQUIA Fil wird mit einer Schicht aus dem lichthärtenden Komposit EQUIA Coat überzogen. Im Ergebnis verbessern sich damit gegenüber einem herkömmlichen Glasionomer sowohl die physikalischen als auch die ästhetischen Eigenschaften.

Indikationserweiterung sorgt für Rechtssicherheit des Zahnarztes

Die Daten einer kürzlich vorgestellten retrospektiven Studie über zwei Jahre hatten GC dazu veranlasst, die Indikation für das zweistufige Konzept als permanentes Füllungsmaterial auf sämtliche Klasse-I-Kavitäten und darüber hinaus auf bestimmte kleinere Kavitäten der Klasse II zu erweitern1. Mit der ausgeweiteten Herstellerempfehlung herrscht nun auch Rechtssicherheit für die Zahnärzte, die EQUIA für permanente Versorgungen verwenden.

Plattform zum offenen Austausch über EQUIA

Bei der Veranstaltung im Sheraton Airport Hotel & Conference Center (Frankfurt am Main) wurden in fünf Vorträgen die grundlegenden Aspekte der Füllungstherapie im Seitenzahnbereich, von der Alternativenauswahl über die Anwendbarkeit in der täglichen Praxis bis hin zur Abrechenbarkeit, beleuchtet und anschließend diskutiert. Souverän leitete der Moderator und Geschäftsführer von GC Germany, Frank Rosenbaum, durch die kurzweiligen Vorträge. „Wir haben uns viel vorgenommen“, erklärte er in seiner Begrüßungsrede, „ich freue mich sehr, eine Plattform zum Austausch und zu einer offenen Diskussion über EQUIA geschaffen zu haben.“

Ideal für Basisversorgungen

Zum Auftakt erläuterte Prof. Dr. Roland Frankenberger, Philipps-Universität Marburg und Universitätskliniken Gießen und Marburg, die verschiedenen Möglichkeiten für den Zahnarzt (Vortragstitel: Bereich Seitenzahn: Die Fülle der Möglichkeiten). Prof. Frankenberger beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Glasionomerzementen (GIZ), Glasionomer-basierten Technologien und anderen Alternativen zu Amalgam.

„Das Thema ist knackig und interessant. Häufig ist die Versorgung des Patienten alleine eine Frage des Geldbeutels“, bemerkte er. „Daher ist es wichtig, mehr als nur eine Möglichkeit für die Basisversorgung zu haben.“

In seinem Vortrag zeigte er die verschiedenen Versorgungsmöglichkeiten auf. Zudem konnte er überzeugende präklinische und klinische Erfahrungen mit EQUIA vorstellen. Für Prof. Frankenberger sind Glasionomere eine „hochinteressante Materialklasse“, die das „ideale Material für Basisversorgungen“ sein können, bisher allerdings starken Einschränkungen unterlagen. Doch: „Mit den neuen Füllungskonzepten, wie zum Beispiel EQUIA, haben wir in vitro vielversprechende Ergebnisse erzielt. Allerdings müssen sie auch langfristig in vivo Bestand haben. Hier liegen seit kurzem Studien vor“2, so Prof. Frankenberger.
Mit Blick auf eigene In-vitro-Studien betonte er, dass EQUIA „durch das Coating hochsignifikant bessere Werte“ als alle anderen getesteten Produkte, gezeigt habe, sowohl bei der Abrasion, als auch bei katastrophalen und klinischen Frakturen.

„Das einzige wirklich bulkapplizierbare Material auf dem Markt“

Dr. Piyush Khandelwal (Produktmanager GC Europe, Leuven, Belgien) gab einen Einblick in die Forschungs- und Entwicklungsarbeit bei GC in Belgien, Japan und Deutschland. Im Verlauf seiner Präsentation legte Dr. Khandelwal dar, wie auf Basis des bewährten Glasionomers Fuji IX das zweistufige EQUIA-Konzept entstanden ist, indem man das hochviskose Füllungsmaterial mit einem hochgefüllten Kompositlack überzogen hat.

Khandelwal zeigte warum das Material entwickelt wurde und wie die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in Leuven (Belgien) und Tokio (Japan) auf die Idee des Coating kamen; von der Diskussion über ein EU-weites Verarbeitungsverbot für Quecksilber und damit einhergehenden Schwierigkeiten für Amalgam bis hin zu den über 30-jährigen Erfahrungen von GC mit Glasionomeren.

„Auch wenn bislang kein Verbot besteht und Amalgam weiter verwendet wird, gibt es viele Patienten, die eine Versorgung mit Amalgam ablehnen. Hierfür braucht der Zahnarzt ein vernünftig funktionierendes Material für die Basisversorgung“, begründete Khandelwal die Entwicklungsbemühungen von GC. Zudem legte er dar, wie sich das Unternehmen bei der Entwicklung an den Erwartungen sowohl der Zahnärzte als auch der Patienten orientiert hat. So habe man mit EQUIA angestrebt den übereinstimmenden Anforderungen an ein einfaches, schnelles, nachhaltiges und wirtschaftliches Füllungskonzept nachzukommen.

Für den Produktmanager ist EQUIA dabei „das einzige wirklich bulkapplizierbare Material auf dem Markt“. Für Khandelwal liegen die Vorteile auch in der einfachen und schnellen Handhabung: „Fill it, coat it and forget it“, so Khandelwal.

Erfahrungen aus der niedergelassenen Praxis stärker nutzen

Prof. Dr. Reiner Biffar führte die anwesenden Journalisten „in eine Welt der Versorgungsepidemiologie“ und stellte dabei das Studiendesign einer aktuell laufenden prospektiven 5-Jahres-Studie der Universität Greifswald zu EQUIA vor (EQUIA in vivo: Bericht zur laufenden 5-Jahres-Studie). Mit dem außergewöhnlichen und weltweit einzigartigen Studiensetup im Dentalbereich setzt die Universität Greifswald in Kooperation mit den Universitäten München und Marburg Maßstäbe für die zahnärztliche Forschung und weist den Weg in Richtung einer evidenzbasierten Zahnheilkunde. Prof. Biffar zeigte dabei die Vorteile einer praxisnahen Untersuchungsform. „Für die zahnmedizinische Forschung wollen wir die Erfahrungen aus der niedergelassenen Praxis stärker nutzen und niedergelassene Kollegen in klinische Untersuchungen einbeziehen“, so Prof. Biffar zu der laufenden Studie.“ „Mit der Änderung des Medizinproduktegesetzes am (MPG) 23. März 2010 sind für den Zahnarzt einschneidende Veränderungen einhergegangen, deren Auswirkungen vielen noch gar nicht bewusst sind“, mahnte Prof. Biffar. „Denn was nicht forensisch geprüft ist, steht dem Zahnarzt eigentlich nicht zur Verfügung.“

Nur ein Termin erforderlich

Den praktischen Teil übernahm Zahnarzt Gert Fecht (Uplengen-Remels) und zeigte, wie der Einsatz von EQUIA in der „rauen Realität“ funktioniert. Er stellte die Anwendung des zweistufigen Füllungskonzeptes an Hand konkreter Beispiele vor. Fecht betonte dabei, wie einfach und dennoch ästhetisch, aber auch langlebig die Versorgungen mit EQUIA sind.

„Bei mir in der Praxis hat sich EQUIA als schneller und nachhaltiger ,Problemlöser, bewährt“, so der norddeutsche Zahnarzt. „Bei uns auf dem Land finden wir eine andere Realität wieder, als in dichtbesiedelten Städten. In unserer Praxis stellen sich 900 bis 1.000 Patienten pro Quartal vor. Diese haben häufig auch eine längere Anreise. EQUIA-Versorgungen lassen sich schnell fertigstellen und der Patient ist in nur einer Sitzung endgültig versorgt“, fasst Fecht zusammen.

Der Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung

Jens Pätzold (Fachanwalt für Medizinrecht, Medizinanwälte Lyck & Pätzold, Bad Homburg) thematisierte die Abrechenbarkeit des Füllungsmaterials mit der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Mit vollem Recht! Jetzt wird abgerechnet – so lautete der Titel seiner Präsentation. Hierzu hatte GC Germany noch im Mai 2011 eine anwaltliche Expertise eingeholt, die sich mit der Erstattungsfähigkeit des Füllungsmaterials befasst. So können zahnärztlich verwendete Füllungsmaterialien abgerechnet werden, wenn diese „anerkannt“ und „erprobt“ sind. Pätzold legte in seinem Vortrag dar, warum EQUIA diese Bedingungen erfüllt und nach der erweiterten Indikationsstellung nun auch für bestimmte kaudruckbelastete Seitenzahnbereiche verwendet und als Basisversorgung abgerechnet werden kann.

„Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung! Gerade in Bezug auf die GKV-Versorgung gibt es leider eine Menge an irreführender Sekundärliteratur“, so Pätzold. Für den Anwalt ist die Rechtslage eindeutig: „EQUIA ist ein für die Basisversorgung geeignetes Füllungsmaterial. Mit der Indikationserweiterung ist auch der Zahnarzt auf der sicheren Seite, wenn er sich an die Herstellerempfehlungen hält.“

Das Fazit der Veranstaltung zog Moderator Frank Rosenbaum: „Ich denke es herrscht Einigkeit darüber, dass es dringend geboten ist eine Füllungsalternative im Bereich der Basisversorgung für Zahnärzte und Patienten zur Verfügung zu stellen. Mit EQUIA sind wir auf dem richtigen Weg.“

Literatur

1. K.-H. Friedl et al. (2011), 2 year retrospective study, IADR San Diego, Abstract 3240.

2. vgl. u. a. M. Basso et al. (2011), 2 years clinical evaluation of EQUIA, IADR San Diego, Abstract 2494 und S. Gurgan et al. (2011), 12-Month Clinical Performance of a New Glass-Ionomer Restorative System, IADR San Diego, Abstract 3246.


GC GERMANY GmbH
Seifgrundstraße 2
61348 Bad Homburg
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www.gcgermany.de

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