02. November 2010 in Kategorie: Aktuell

Der für den 3. November ausgerufene „Welttag des Mannes“ ist auch ein Thema für die Zahnmedizin: Laut DMS IV haben Männer sowohl bei der Messstufe „erkennbare Plaque“ als auch bei „viel Plaque“ deutlich höhere Werte als die Frauen. Dies lässt vordergründig darauf schließen, dass ihre Mundhygiene verbesserungsbedürftig ist ...

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„Vielleicht ist dies aber auch zu kurz gegriffen“, sagt Dr. Dr. Christiane Gleissner, wiss. Leiterin der noch jungen Deutschen Gesellschaft für geschlechterspezifischer Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde/DGGZ: „Heute sind bereits einige Zusammenhänge von Östrogen und Mundgesundheit bekannt – nur wenig aber zum Thema Testosteron und dessen direktem oder indirektem Einfluss auf die Mundgesundheit. Dies ist eines der Themen, denen sich die neue Fachgesellschaft widmet.“ Dabei geht es einerseits um biologische Aspekte, aber auch um Rollenbilder, also Gender-Aspekte: „Sollte es sich herausstellen, dass die hohen Plaque-Werte überwiegend auf Mundhygienedefizite zurückgehen, müssen wir uns kritisch fragen, ob wir bei der Aufklärung unserer Patienten in der Praxis für Männer die richtige Sprache finden: Vielleicht ist ‚Putzen’ nicht wirklich der Begriff, mit dem man einen Mann zur Mundpflege motiviert.“ Eine Verbesserung des Wissens über Zusammenhänge von plaqueinduzierten Zahnbetterkrankungen und Volkskrankheiten, z.B. Diabetes, Schlaganfall oder Herzinfarkt, die häufiger Männer betreffen, und eine optimierte Kommunikation könnten einen wesentlichen Beitrag zu einer Verbesserung der Mundgesundheit der Männer leisten. „Höhere Plaquewerte gehen in der Regel einher mit einem größeren Parodontitis-Risiko, und auch die in der DMS IV notierte deutlich erhöhte Zahl von Zahnhalsdefekten im Vergleich zu Frauen sowie höhere Attachmentverluste sprechen für einen möglichen Zusammenhang mit Geschlechtshormonen“, so Dr. Dr. Gleissner. Die Fachgesellschaft, die derzeit ihren öffentlichen Auftritt im Internet mit Start zum Jahresende 2010 vorbereitet (www.dggz-online.de), wird auch Empfehlungen für eine zielgruppenorientierte Patientenaufklärung erstellen. Dies entspricht den aktuellen Forderungen des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend anlässlich der Vorstellung des 1. Deutschen Männergesundheitsberichtes am 28. Oktober in Berlin, die Prävention gezielter auf die Bedürfnisse der Männer auszurichten.

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