23. September 2010 in Kategorie: Aktuell

Mehr als die Hälfte der deutschen Schulanfänger haben kariesfreie Milchzähne, rund zwei Drittel der 12-jährigen Kinder in Deutschland weisen ein naturgesundes bleibendes Gebiss auf. Die Mundgesundheit der Schülerinnen und Schüler hat sich zwischen 2004 und 2009 deutlich verbessert.

Kinderzähne heute gesünder als vor fünf Jahren Foto: DAK Kinderzähne heute gesünder als vor fünf Jahren Foto: DAK

Studie im Auftrag der DAJ: Viele haben gut lachen - Kinderzähne heute gesünder als vor fünf Jahren

Dies geht aus den Ergebnissen einer bundesweit zusammenfassenden Studie hervor, die im Auftrag der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e.V.(DAJ) im Jahr 2009 an rund 87.000 Schülerinnen und Schülern aller Bundesländer durchgeführt wurde und deren wichtigste Ergebnisse die DAJ zum Tag der Zahngesundheit 2010 vorstellt. Die Studie soll die Wirksamkeit der Gruppenprophylaxe für Kindergarten- und Schulkinder in Deutschland dokumentieren.

Im Rahmen einer repräsentativen Studie, die der Leiter der Abteilung Kinderzahnheilkunde der Universität Marburg, Prof. Dr. Klaus Pieper, im Auftrag der DAJ bereits zum fünften Mal seit 1994/1995 durchgeführt hat, wurde der Zahnstatus der 6-/7-Jährigen, der 12-Jährigen und der 15-Jährigen in allen Bundesländern erhoben. Als Maßeinheit zur Beurteilung der Zahngesundheit wurde der DMF-T-Index herangezogen, der die Anzahl der kariösen, fehlenden oder gefüllten Zähne abbildet. In allen drei Altersklassen ist dieser Index gegenüber der letztmals im Jahr 2004 durchgeführten Studie deutlich gesunken. Am erfreulichsten ist dabei die Entwicklung bei den 12-Jährigen zu beurteilen. In dieser Altersklasse sank der DMF-T-Index noch einmal um 0,26 Einheiten auf einen Wert von 0,72. Damit nimmt Deutschland, was die Zahngesundheit der 12-Jährigen betrifft, international einen der Spitzenplätze ein.

Doch auch in den anderen Altersklassen ist der Index gegenüber 2004 gesunken. Bei den 6-7-Jährigen liegt er jetzt bei 1,87 gegenüber 2,16 in 2004, bei den 15-Jährigen beträgt er 1,41 gegenüber 2,05 im Jahr 2004.

Dieser positive Trend ist über alle Bundesländer hinweg zu beobachten, auch wenn die Entwicklung von Bundesland zu Bundesland in geringem Maße unterschiedlich verläuft.

„Dies ist insbesondere auf die unterschiedlichen sozio-demographischen Voraussetzungen in den einzelnen Bundesländern zurückzuführen. Mit Freude nehmen wir zur Kenntnis,dass wir in Deutschland in keinem Bundesland einen Wiederanstieg der Karies feststellen müssen, wie er aus einzelnen Regionen im In- und Ausland in der letzten Zeit berichtet worden war“, so der alternierende Vorsitzende des Vorstands der DAJ Dr. Dietmar Oesterreich seitens der Bundeszahnärztekammer.

„Dennoch ist der Anteil der Milchzahnkaries immer noch zu hoch“, stellt der alternierende Vorsitzende der DAJ Dr. Michael Kleinebrinker seitens des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen fest. Dies zeige sich daran, dass 46,1 Prozent der Schulanfänger Karieserfahrung haben. Häufig sei zu beobachten, dass 3-Jährige Kinder bereits mit Karies in die Kita eintreten würden. Hinzu komme, dass fast die Hälfte der kariösen Milchzähne unbehandelt bleibt.

Hoch erfreut stellen Oesterreich und Kleinebrinker gemeinsam fest: „Die zahnmedizinische Prophylaxe mit allen Facetten wirkt in Deutschland nachhaltig.“ Als Ursachen des weiteren deutlichen Kariesrückgangs werden die weite Verbreitung von Fluoriden insbesondere in

Zahnpasten und Speisesalz, die Wirksamkeit der Gruppenprophylaxe in den Schulen und Kindereinrichtungen und die Effektivität der Individualprophylaxe, insbesondere der Fissurenversiegelung, in den zahnärztlichen Praxen benannt.

Für die in der DAJ zusammengeschlossenen Partner – u. a. Vertreterinnen und Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen, der niedergelassenen Zahnärzte, des öffentlichen Gesundheitsdienstes, der kommunalen Spitzenverbände, der Landesarbeitsgemeinschaften

für Jugendzahnpflege - wird es, wenn die Detailauswertungen publiziert sind, darum gehen, Handlungsempfehlungen für die Prophylaxe-Aktivitäten aus den Studienergebnissen zu erarbeiten. „Die Bekämpfung der frühkindlichen Karies und der Umgang mit der Polarisierung des Kariesrisikos werden dabei eine zentrale Rolle spielen“, so Dr. Oesterreich weiter.

Mit den regelmäßigen, groß angelegten Epidemiologischen Begleituntersuchungen kommt die DAJ dem gesetzlichen Auftrag zur Evaluation der Gruppenprophylaxe in Deutschland nach. Bundesweit engagieren sich 378 Arbeitsgemeinschaften für Jugendzahnpflege für flächendeckende Angebote in Kindergärten und Schulen. Im vergangenen Schuljahr konnten auf diese Weise 77 Prozent der Kindergarten- und Grundschulkinder mit Informationen zu Mundhygiene und zahngesunder Ernährung im persönlichen Kontakt vertraut gemacht werden. In den 5. und 6. Klassen wurden immerhin einem Drittel aller Kinder Prophylaxe-Impulse vermittelt, in den Förderschulen konnte jedes zweite Kind mit den Aufklärungsaktionen erreicht werden. Für Jugendliche bis 16 Jahre sieht der Gesetzgeber Angebote vor, wenn ein besonders hohes Risiko gegeben ist: 132.000 Jugendliche dieser Gruppe in der 7. bis 10. Klasse wurden im vergangenen Schuljahr mit Maßnahmen erreicht.

Das vollständige Gutachten zur Epidemiologischen Begleituntersuchung 2009 wird voraussichtlich Ende des Jahres 2010 erscheinen. Daten einzelner Bundesländer können ab sofort über die jeweiligen Landesarbeitsgemeinschaften für Jugendzahnpflege erfragt werden.

Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e.V. (DAJ)
Von-Sandt-Str. 9
53225 Bonn
Tel.: 0228 / 69 46 77
Fax: 0228 / 69 46 79
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
www.daj.de



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