14. April 2010 in Kategorie: Aktuell

“Ersatz von behandlungsfähigen Zähnen durch Implantate ist eine Fehlbehandlung”. Am 26. und 27. März 2010 lud das Hamburger Mundhygieneunternehmen Oral-Prevent zum 1. Hamburger Prophylaxe Symposium ein.

Es referierte der Prophylaxe-Pionier Prof. Per Axelsson, Schweden. Zum Auftakt widmete er sich der Pathogenese und Prävention von Plaque als wichtigstem ätiologischen Faktor für Karies, Parodontopathien und Periimplatitis. Besonderes Augenmerk im Hinblick auf die Eigenverantwortung der Patienten maß er der Erstellung von individuellen Risikoprofilen mit 30 ätiologischen und modifizierenden Faktoren bei. Gemeinsam mit dem Behandler erstellt, wären diese das wichtige Instrument für die Motivation zur bedarfsgerechten Selbstzahnpflege – vorausgesetzt sie würden dem Patienten erklärt und dieser wäre in häuslichen Plaquekontrollen eingewiesen. Anhand zahlreicher Studien verdeutlichte er den 150 Teilnehmern eindrucksvoll die
Ergebnisse von Prophylaxemaßnahmen. Seine 30-jährige Langzeitstudie zu regelmäßigen Plaquekontrollen zeigt, dass innerhalb von 30 Jahren pro Patient weniger als ein Zahn verloren ging – obwohl die Probanden am Ende der Untersuchung zwischen 50 und 80 Jahre alt waren. Als weiteres wichtiges Thema rückte er Scaling-Methoden in den Fokus. Dabei gab er beim Deep-Scaling Küretten den Vorzug, da beim Ultraschall die haptische Kontrolle beim Entfernen von Konkrementen fehle und häufig der Zement beschädigt würde. An Fallbeispielen stellte er eigene Instrumente wie PER-IO-TOR-Aufsätze vor, die gegenüber anderen Verfahren weniger aggressiv seien. Wiederholtes Deep-Scaling sei darüber hinaus ein Rückschlag, da dieses durch regelmäßige PZR und bedarfsgerechte Selbstzahnpflege nicht wieder indiziert sein sollte. Kontrovers ging es beim Thema Implantate zu, da er die Tatsache verurteilte, dass viele Zahnärzte erkrankte Zähne durch Implantate ersetzen, selbst wenn diese erhaltungsfähig seien. Weltweit seien lediglich zwei Untersuchungen zur Qualität von Implantaten durchgeführt worden, die mit Periimplantitis-Raten zwischen 28 - 56 Prozent Behandler beunruhigen sollten. Laut Prof. Axelsson dauere es bei einem für Parodontopathien anfälligen Patienten unbehandelt 50 Jahre bis zum Zahnverlust. Bei einem durch Periimplantitis befallenem Implantat seien es nur 5 bis 10 Jahre bis zum Verlust. Statt Implantate, empfiehlt er regenerative Therapien, die er ebenfalls anhand von klinischen Beispielen vorstellte. www.oral-prevent.de

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