29. November 2011 in Kategorie: Zahnmedizin

Die Poliklinik für Präventive Zahnheilkunde und Kinderzahnheilkunde lud am 29. Oktober 2011 zusammen mit der Thüringer Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (TGZMK) zu ihrer Herbsttagung nach Jena ein.

Tagungspräsidentin Prof. Dr. med. habil. Roswitha Heinrich-Weltzien während ihres Vortrages<br />zum Thema „Das Kind im Notdienst“. Foto: Uniklinikum Jena Tagungspräsidentin Prof. Dr. med. habil. Roswitha Heinrich-Weltzien während ihres Vortrages
zum Thema „Das Kind im Notdienst“. Foto: Uniklinikum Jena

„Dies war eine überaus gelungene und erfolgreiche Veranstaltung mit überraschend hohem Interesse auf Seiten der niedergelassenen Zahnärzte. Die Teilnehmerzahlen haben unsere Erwartungen weit übertroffen, was für die Aktualität dieses Themas spricht“, so blickt Frau Prof. Heinrich- Weltzien auf die Herbsttagung der Poliklinik für Präventive Zahnheilkunde und Kinderzahnheilkunde und der TGZMK am 29. Oktober 2011 in Jena zurück. Nach der einleitenden Begrüßung des Vorsitzenden der TGZMK, Herrn PD Dr. Wilfried Reinhardt, richteten der Bürgermeister der Stadt Jena und Dezernent für Familie und Soziales, Herr Frank Schenker, und der Fortbildungsreferent der Thüringer Zahnärztekammer, Herr Dr. Guido Wucherpfennig, ihre Grußworte an die Teilnehmer. Frau Prof. Heinrich- Weltzien (Jena) führte dann die fast 300 Tagungsteilnehmer in das wissenschaftliche Programm ein. In insgesamt acht Vorträgen zum Thema „Kinder in der Zahnarztpraxis“ wurden medizinische und psychologische Aspekte der zahnärztlichen Behandlung diskutiert.

Frau Beckers-Lingener (St. Augustin) zeigte zu Beginn des Vormittagsprogrammes wichtige Rahmenbedingungen der Verhaltensführung bei der zahnärztlichen Behandlung von „interessanten Kindern“, also Kindern mit Zahnarztangst und fehlender Kooperationsbereitschaft, auf. Frau Prof. Heinrich-Weltzien verwies in ihrem Vortrag zur Behandlung kindlicher Schmerzpatienten, dass Kinderbehandlung Teamarbeit ist. Sie ermutigte die niedergelassenen Kollegen zu einer kausalen und weniger symptomatischen Schmerztherapie. Weiterhin informierte sie über aktuelle Änderungen der endodontischen Behandlung von Milchzähnen und die Besonderheiten der Verordnung von Antibiotika und Analgetika im Kindesalter.

Nach der Mittagspause gab Frau Dr. Wagner (Jena) einen praktischen Überblick zur Prävention und Behandlung der frühkindlichen Karies. Sie wies die Zahnärzte auf die Dringlichkeit der Behandlung von Vorschulkindern hin. Frau Dr. Schüler (Jena) und Frau Dr. Viergutz (Dresden) widmeten sich dem Zahntrauma im Milch- und jugendlich bleibenden Gebiss und zeigten, dass eine adäquate Erstversorgung nach traumabedingten Zahnverletzungen für den weiteren Therapieerfolg entscheidend ist. In bestimmten Fällen ist eine Extraktion des Milchzahnes nach Zahntrauma dem Zahnerhalt vorzuziehen, um einer Keimschädigung des bleibenden Zahnes vorzubeugen. Bei traumatischen Zahnverletzungen am unreifen Zahn sind interdisziplinäre Therapiestrategien insbesondere mit den Kieferorthopäden angezeigt, wenn der verletzte Zahn nicht erhalten werden kann.

Im Nachmittagsprogramm wies Herr PD Dr. Kühnisch (München) auf die Zunahme einer endogenen Strukturstörung, der Molaren-Inzisivi-Hypomineralisation, an bleibenden Zähnen hin. Er stellte die Notwendigkeit einer möglichst frühzeitig konservierend adhäsiven Versorgung heraus. Frau Dr. Schmied (Rittmarshausen) sprach über Besonderheiten der zahnärztlichen Behandlung von Patienten mit psychoemotionalen Störungen, wobei sie schwerpunktmäßig auf die Mundgesundheit und Patientenführung von ADHS-Patienten einging. Das weit gefächerte Tagungsprogramm wurde mit einem Vortrag von Frau Otto, niedergelassene Zahnärztin in Jena, zu Fragen der Wirtschaftlichkeit in der Kinderbehandlung abgerundet.

Frau Prof. Annerose Borutta, frühere Leiterin des WHO Kollaborationszentrum am Zentrum für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde, stellte am Ende der Tagung das jahrzehntelange Engagement des WHO Zentrums für die Mundgesundheit von Kindern und Jugendlichen heraus. Sie dankte den Organisatoren für die gemeinsame Veranstaltung und sprach den Wunsch aus, das 30-jährige Bestehen des WHO Kollaborationszentrums 2013 mit einer entsprechenden Tagung zu würdigen.

Weitere interessante Themen erwarten die Thüringer Zahnmediziner und alle interessierten Kollegen aus anderen Bundesländern bei der Frühjahrstagung der TGZMK, die am 16. Juni 2012 zum Thema „Der Schmerz – Interdisziplinär“ unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. em. Dr. Eike Glockmann und PD Dr. Wilfried Reinhardt in Weimar stattfindet. Weitere Informationen zu dieser Tagung finden Sie online unter www.conventus.de/tgzmk.

www.kinderzahnmedizin-tagung.de

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