12. September 2011 in Kategorie: Zahnmedizin

Kürzlich diskutierten Experten in Frankfurt am Main über Füllungsalternativen im Seitenzahnbereich. Dabei wurde die zentrale Frage diskutiert, ob spezielle Glasionomerzemente zum Goldstandard für die Basisversorgung „aufsteigen“ können? Unter anderem sind solche Füllungsalternativen besonders interessant für Patienten mit geringem Budget.

Zu der Expertenrunde gehörten Prof. Dr. Reiner Biffar (Zentrum für ZMK Heilkunde Greifswald), Dr. Roland Frankenberger (Philipps-Universität Marburg und Universitätsklinikum Gießen und Marburg), RA Jens Pätzold (Fachanwalt für Medizinrecht, Bad Homburg), ZA Gert Fecht (Uplengen- Remels) und Dr. Piyush Khandelwal (Produktmanager GC Europe, Leuven, Belgien). Frank Rosenbaum Geschäftsführer der GC Germany GmbH, moderierte das Gespräch.

„Obwohl Amalgam in der Anwendung in unserem Land rückläufig ist, genießt es als Füllungsmaterial per se unter Praktikern ein hohes Ansehen“, so Prof. Dr. Frankenberger. „Es ist wenig techniksensitiv, es funktioniert auch unter klinisch suboptimalen Bedingungen und stellte insgesamt über viele Jahrzehnte die Basisversorgung sicher.“

„Amalgam hat aber natürlich nicht nur Vorteile, man muss ehrlicherweise auch die Nachteile nennen, wie z.B. fehlende adhäsive Stabilisierung der Zahnhartsubstanz, späte Höckerfrakturen, oder auch die benötigte Zementunterfüllung. Komposite sind eigentlich keine Alternative zum Amalgam, da hier der Aufwand höher ist und somit die Möglichkeit einer klassischen Basisversorgung nicht gegeben ist. Man kann mit Kompositen hervorragende, ästhetisch perfekte Füllungen machen, aber eben in der Regel nicht zum Kassensatz“, betonte Prof. Dr. Frankenberger.

„Daher sind Glasionomer-basierte Technologien eine gute Wahl für die so genannte Basisversorgung, da sie in der Regel eher noch schneller als Amalgam verarbeitet werden können, ebenfalls keinen Kofferdam benötigen und bei ihnen die Ästhetik nicht absolut im Vordergrund steht.“

Science behind Simplicity

Im Anschluss an Prof. Dr. Frankenberger sagte Dr. Piyush Khandelwal in seinem Vortrag „Science behind Simplicity“, dass Amalgam derzeit das Mittel der Wahl ist, wenn es um zuzahlungsfreie Seitenzahnrestaurationen geht. „Nicht zuletzt seitdem ein Verbot von Quecksilber von der Welt-Gesundheits- Organisation (WHO) diskutiert wird, läuft die Zeit des zweckmäßigen aber keinesfalls ästhetischen Füllungsmaterials ab. Daher spricht vieles dafür über Alternativen nachzudenken.“

„Bis ein Produkt bedenkenlos eingesetzt werden kann, vergehen häufig zwischen fünf und 15 Jahren. GC hat eine über 30-jährige Erfahrung mit GIZ-Technologien und mit EQUIA ein Konzept entwickelt, das in aktuellen Studien besonders hervorsticht. Derzeit ist das Material Gegenstand einer Reihe von klinischen Studien mit unterschiedlichem Zeithorizont.“

„Auf der Suche nach einem permanenten Füllungsmaterial, das wirtschaftlich und zugleich einfach in der Anwendung ist, hat GC seine langjährige Erfahrung mit innovativen Restaurationskonzepten genutzt: Seit 1995 wurden weltweit mehr als 300 Millionen FujiIX Füllungen gelegt. Auf Basis dieses erprobten Materials wurde in mehreren Schritten ein Konzept entwickelt, das deutlich verbesserte Werte für Bruch und Biegefestigkeit erreicht.

In den Forschungs- und Entwicklungszentren in Tokio (Japan) und Leuven (Belgien) wurde so an einer Materialkombination gearbeitet, welche die Vorzüge einer hochviskosen Glasionomer Füllung mit den Vorteilen eines Kompositlackes verbindet. Als Ergebnis wurde mit EQUIA ein permanentes Seitenzahnrestaurationskonzept entwickelt, das eine wirtschaftliche, Quecksilberfreie und ästhetische Alternative darstellt“, erklärte Khandelwal.

Bericht zur laufenden 5-Jahres-Studie

Prof. Dr. Reiner Biffar sprach über das außergewöhnliche StudienDesign mit dem die Universität Greifswald neue Maßstäbe für die zahnärztliche Forschung in Deutschland setzt. Auf Basis eines innovativen Ansatzes sowie mit maßgeblicher Unterstützung von GC (Bad Homburg) stützt der StudienAufbau den Weg der evidenzbasierten Zahnheilkunde.

Klinische Studien und Anwendungsbeobachtungen in der Zahnmedizin werden in der überwiegenden Mehrzahl an den Universitätseinrichtungen durchgeführt. Die limitierten Kapazitäten dieser Einrichtungen begrenzen zunehmend den Erkenntnisfortschritt in der klinisch assoziierten Forschung. Die Weiterentwicklung klinischer Studien ist daher ein entscheidender Garant für den evidenzgesicherten Fortschritt in der Zahnheilkunde.

„Die auf fünf Jahre angelegte prospektive EQUIA Studie der Universität Greifswald verbindet viele innovative und zeitgemäße Ansätze: Die Untersuchung ist eine doppelt randomisierte, multizentrisch angelegte Praxisstudie. Hierdurch können viele Behandler aus einem realen Praxisumfeld teilnehmen, auch wenn sie nur wenige Füllungen legen. Parallel zu der innovativen Studie finden Vergleichsstudien an den Universitäten München und Marburg statt, damit die gewonnenen Erkenntnisse auf einer umfangreichen Datenbasis verglichen werden können.“

„Gegenstand dieser Untersuchung ist das Seitenzahnfüllungskonzept EQUIA (GC, Bad Homburg). Mit EQUIA hat der Zahnarzt einen Werkstoff an der Hand, den er zielführend einsetzen kann. Insbesondere als Alternative zu Amalgam, ist das Material aus ästhetischer Sicht überlegen und besticht durch seine Wirtschaftlichkeit; sowohl für den Zahnarzt als auch für die Patienten. Nach der bisherigen Übersicht hat EQUIA in seinem Indikationsbereich das Potential, eine Alternative zu Amalgam zu bieten.“

Mehr Alternativen für den Zahnarzt

Die Problematik einer bezahlbaren Füllungsalternative für den Patienten erörterte aus der Sicht des Praktikers, der niedergelassene Zahnarzt Gert Fecht: „Bei der Füllungstherapie im Seitenzahnbereich stellt sich für ihn immer wieder die Frage nach dem geeigneten Material für die entsprechende Situation. Dabei spielen häufig nicht alleine fachliche Aspekte eine Rolle; oft sind die Erwartungshaltung des Patienten sowie seine finanziellen Möglichkeiten wichtige Parameter, die eine Entscheidung für eine bestimmte Behandlung beeinflussen.“

„Die Wahl des „richtigen“ Restaurationsmaterials ist häufig dann ein Problem für den Behandler, wenn ein Patient zu einer akuten Schmerzbehandlung ohne Termin in der Praxis erscheint. In diesem Augenblick fällt es manchmal schwer, objektiv über die unterschiedlichen Optionen aufzuklären, aber dennoch unter Abwägung des Für und Wider der verschiedenen Möglichkeiten sowie der Preise gemeinsam mit dem Patienten eine Entscheidung über eine zeitnahe und geeignete Therapie zu treffen. Hier ist eine effektive und schnelle Problemlösung oft hilfreich, um rasch eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Arzt und Patienten aufzubauen.“

„Nicht nur vor diesem Hintergrund hat sich in unserer Praxis EQUIA (GC Germany, Bad Homburg) etabliert“, so Gert Fecht. „Zunächst haben wir das zweistufige Konzept für provisorische Füllungen verwendet. Nach unseren Erfahrungen hat sich dieses Material allerdings so bewährt, dass wir damit mittlerweile auch permanente Versorgungen durchführen: Präparieren, die Kavität füllen und den Kompositlack auftragen. In kürzester Zeit erhalten meine Patienten so eine ästhetische und langlebige Restauration.“

„Mit EQUIA ist es gelungen, ein Seitenzahnfüllungsmaterial zu etablieren, das für permanente Versorgungen bei sämtlichen Klasse-I-Kavitäten und vielen Kavitäten der Klasse II geeignet ist. Dies gilt entsprechend den Anwendungsempfehlungen des Herstellers für kaudruckbelastete Klasse-II-Defekte, sofern „der Isthmus weniger als die Hälfte des Interkuspidalraumes“ beträgt. Darüber hinaus hat sich EQUIA in meiner Praxis als schneller, aber vor allem auch nachhaltiger „Problemlöser“ bewährt.“

Abrechnung von Seitenzahnfüllungen

Aus juristischer Sicht erörterte Jens Pätzold anhand eines anwaltlichen Gutachtens der Medizinanwälte Lyck & Pätzold, unter welchen Voraussetzungen eine Abrechnung von Seitenzahnfüllungen bei den GKVs möglich sind.

Mit der Neubewertung und der damit einhergehenden Indikationserweiterung für das Seitenzahnrestaurationskonzept EQUIA hatte der Spezialist für innovative Füllungskonzepte GC (Bad Homburg) eine Expertise zur Erstattungsfähigkeit des Materials in Auftrag gegeben.

Im März 2011 wurden auf der Jahrestagung der International Association for Dental Research (IADR) in San Diego Ergebnisse mehrerer Studien präsentiert, die EQUIA als geeignetes langfristiges Füllungsmaterial für sämtliche Klasse-I-Kavitäten und darüber hinaus für kleinere Kavitäten der Klasse II bestätigen. GC hat daher kürzlich die Anwendungsempfehlung auch auf permanente Versorgungen in den definierten Bereichen ausgeweitet.

In der Vergangenheit wurde im Seitenzahnbereich allein Amalgam als geeignete und damit abrechenbare Füllungsalternative empfohlen und angesehen. Dies hat häufig zu Irritationen und Missverständnissen über die Erstattungsfähigkeit anderer Materialien über die GKV geführt.

Die Richtlinie des gemeinsamen Bundesausschusses für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche vertragszahnärztliche Versorgung ist jedoch weiter gefasst und überlässt dem Zahnarzt die Wahl des geeigneten Füllungsmaterials, sofern es sich um einen anerkannten und erprobten Werkstoff handelt, der gemäß der medizinischen Indikation verwendet wird.

Nach eingehender Prüfung der einschlägigen Rechtsvorschriften kommt die anwaltliche Expertise zu dem Schluss, das EQUIA die Voraussetzungen für die Abrechenbarkeit erfüllt.

„Das Füllungskonzept von GC kann mithin als eine Form der ausreichenden, zweckmäßigen und wirtschaftlichen vertragszahnärztlichen Versorgung Anwendung finden und ist somit im Rahmen der GKV-Versorgung ohne Mehrkostenvereinbarung abrechenbar“, lautete das Fazit.

Die Stellungnahme unter welchen Voraussetzungen eine Abrechnung von Seitenzahnfüllungen bei den GKVs möglich sind, kann angefordert werden bei: GC GERMANY GmbH, Seifgrundstraße 2, 61348 Bad Homburg,

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
www.gcgermany.de

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